Fußball

Keine großen Unterschiede zum WM-Start gegen Jordanien 16 Tage später

Von Schongang oder angezogener Handbremse hält Ralf Rangnick gar nichts. Egal, ob Training oder Spiel. Daher gibt es für den letzten Auftritt vor dem WM-Start gegen Jordanien in San Francisco, das 16 Tage später folgt, nur die Devise Vollgas. Der Teamchef will gegen Tunesien im Happel-Stadion das beste Gesicht sehen, sieht alles als „Generalprobe“ für den geplanten Sieg im ersten WM-Spiel. Er prophezeite, dass Tunesien taktisch ähnlich agieren wird wie Jordanien. Mit einem tiefen Block verteidigen, auf Konterchancen warten. Es geht war um das 13. Heimspiel hintereinander ohne Niederlage, den dritten Sieg dieses Jahres gegen einen WM-Teilnehmer. Aber das wichtigste wird die Leistung sein. Jordanien verlor Sonntag in St. Gallen gegen die Schweiz 1:4 (0:3), wegen eines Gewittersturms wurde das Match vorzeitig abgebrochen. Zum Unterschied von Österreich spielt Jordanien vor der WM noch einmal: Am 8.Juni gegen Kolumbien.
Rangnick kündigte an, Montag größtenteils mit der Mannschaft zu beginnen, die ihm auch zum WM-Start vorschwebt. Das wird Aufschlüsse geben, wer als die Nummer eins im Tor gilt, welcher Innenverteidiger im Abwehrzentrum neben Kapitän David Alaba den Vorzug erhält, wer im Dreikampf um die Position der einzigen Sturmspitze die Nase vorn hat. Das müßte dem Gefühl nach Michael Gregoritsch sein. Nicht in erster Linie wegen seines Tors gegen Bosnien, sonden wegen des starken Frühjahrs beim FC Augsburg. Xaver Schlager, der im März fehlte, ist wieder dabei. Daher könnte es für Romano Schmid vorerst die Joker-Rolle geben. Mehr ist derzeit auch für Paul Wanner und Carney Chukwuemeka nicht drinnen. In der Abwehr könnte Kevin Danso durch seine starken Leistungen bei der Rettung Tottenhams die Nase gegebüber Philipp Lienhart vorne haben. Aber das ist „nur“ ein sogenanntes Luxusproblem. Alaba überzeugt alle bei den Trainings, von bisher vier internen Spielen gewann das Team mit dem 33 jährigen drei. Über die Niederlage war Alaba, der die Stimmung beim Team als „extrem geil“ bezeichnete, stocksauer. Das verriet der Teamchef.
32.000 Karten sind für die Generalprobe verkauft. Anzunehmen, dass auch „Spione“ der Gruppengegner Argentinien, Algerien und Jordanien kommen werden. Auch die rosa Fußballlbibel aus Italien, die „Gazzetta dello Sport, ist vertreten. Der Journalist stellte Rangnick wie erwartet eine Frage zum Thema AC Milan. Ob er sich nicht geehrt fühte, bei einem internationalen Topklub gefragt zu sein. Der Teamchef entzog sich dem „Verhör“, bestätigte nichts, dementierte nichts. Jetzt zählt nur die Weltmeisterschaft. Wie es dann weiter geht, hängt von Österreichs Abschneiden bei der WM ab. Es soll besser sein als das vor zwei Jahren bei der Europameisterschaft. Dazu müßte Österreich ins Viertelfinale kommen, zwei Hürden mehr nehmen. Denn ein Sechzehntelflinale gab es bei der EM nicht. Besser gelungen als vor zwei Jahren scheint der Teamsong zu sein. Der zweite Versuch von Paul Pizzera, das „Stripes und Stars“ ist sicher origineller als das „hoch gwinn´ ma´s nimmer“ zur Europameisterschaft. Bei „Stripes und Stars“ werden der Teamchef und jeder der 26 Spieler namentlich erwähnt, dazu gibt es in gelungenes Video von Philipp Sassmann, dem Kam ermann des Teams. Einige Kostproben: „You may have Taylor Swift, but we´ve got Gregoritsch“. Oder „You´ve got Konrad Lamar,  but we´ve got Alaba“. Lamar ist ein bekannter Rapper.  Oder „you may have Riley Road, we´´ve got Romano Schmid“. Riley Reid ist eine Pornodarstellerin. Oder „You may have Lady Gaga, but we have Xaver Schlager“. Zum Teamchef heißt es „we know, you´got John Wick, but we´got Coach Ralf Rangnick!“ John Wick ist ein bekannter US-Thriller über einen Auftragskiller.

Foto: Christoph Kelemen/ÖFB.

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