Als Didi Kühbauer Mitte Oktober überraschend zum LASK zurückkehrte, übernahm der die Linzer als Vorletzter. Er begann mit einem 2:0 in Hütteldorf gegen seinen Ex-Klub Rapid. Das kann man Trainereffekt nennen, der sich fortsetzte. Sieben Pflichtspiele, sieben Siege mit nur einem Gegentor. Sonntag der sechste in der Bundesliga, der zweite gegen Rapid. Denn dort gab es drei Tage nach der Trennung von Peter Stöger mit der Interimslösung Stefan Kulovits keinen Trainereffekt, sondern eine 0:3 (0:1)-Abfuhr vor 16263 Zuschauern im Linzer Stadion. Dadurch überholte der LASK Rapid, hat einen Punkt mehr, ist Dritter. Unter Kühbauer änderte sich die Tordifferenz von minus acht auf plus drei. Nächste Runde muss der LASK nach Hartberg: „Wir können´s noch besser“, glaubte der zufriedene Kühbauer.
Bei Rapid gab es gegenüber dem 1:4 in der Champions League bei Rakow Tschenstochau drei Änderungen. Ercan Kara fiel verletzt aus, Jonas Auer und Martin Ndzie waren Ersatz, für sie begannen Kapitän Matthias Seidl, Marco Tilio und Petter Dahl. Kulovits kehrte zur Viererabwehr und zum 4-2-3-1 zurück. Zunächst störte Pyro-Aktionen beider Fansektoren, die das Spielfeld einnebelten: Einmal unterbrach Schiedsrichter Arnes Talic für neun Minuten, dann für sechs. Daher 15 Minuten Nachspielzeit in der ersten Hälfte. In der 13. geriet Rapid in Rückstand, den bis dahin Tormann Paul Gartler und die Latte verhinderten: Linksverteidiger Jannes Horn war bei einem Pass des Holländers Melayro Bogarde zum aufgerückten Verteidiger Kasper Jörgensen schlecht postiert, der Däne traf wuchtig zwischen Gartler und dem kurzen Eck. In der zweiten Hälfte gab es noch eine Pyro-Unterbrechung, aber keine Rapid-Aktionen, die auf einen Umschwung hindeuteten. Im Gegenteil, im Großteil der Zweikämpfe gingen die Rapidler in die Knie wie am Bild oben Romeo Amane. Speziell nach dem 2:0 durch einen Kopfball von Moses Usor, als der wie in Polen erschreckend schwache Innenverteidiger Kouadio Ahoussou eine Flanke von US-Stürmer Samuel Adeniran nicht erreichte. Bis zur 68. Minute tauscht Kulovits mit Tobias Gulliksen, Janis Antiste, Dahl und Tilio alle vier Offensivspieler aus. Als Draufgabe folgte das 3:0 durch den Ex-Rapidler Christoph Lang, bei dem auch Gartler nicht gut aussah. Erst danach wurde Rapid in der 91. Minute erstmals wirklich gefährlich. Bei einem Kopfball von Nikolaus Wurmbrand an die Stange.
Kulovits sah bis zum Führungstor des LASK einen kleinen Schritt nach vorne, aber danach fiel die Mannschaft auseinander, wirkte die Defensivabteilung überfordert, sprich schlecht organisiert und zu langsam. Zu Saisonbeginn war es noch schwer, gegen Rapid ein Tor zu erzielen, derzeit ist es zu leicht. Daher wandten sich die Fans am Ende von der Mannschaft ab, auf einem Transparent stand „wir wollen Krieger statt Söldnern“. Der Vorwurf, dass sich einige Legionäre zu wenig mit Rapid identifizieren. „Wir müssen rasch in die Spur finden“, wusste Kulovits, „an vielen Schrauben drehen!“ Er hofft auf eine gute Trainingswoche. Samstag empfängt Rapid Aufsteiger Ried. Da könnte es den schlechtesten Besuch in dieser Saison geben.
Foto: Gepa/Admiral.
