Fußball

Klage abgewiesen: Austria beginnt mit der roten Laterne

Mittwoch Vormittag freute sich die Wiener Austria noch über einen Run auf die Abos für die Saison 2022/23. Zwei Wochen vor dem ersten Heimspiel waren 5000 abgesetzt, mehr als in der letzten Saison. Aber am Abend kam der Tiefschlag: Das neutrale Schiedsgericht der Bundesliga unter dem Vorsitz von Johann Guggenbichler, einem Richter am Wiener Oberlandesgericht, lehnte die violette Klage gegen den Abzug von drei Punkten und die Geldstrafe von 20.000 Euro ab.  Auf der Austria-Homepage wurde dies kommentarlos vermeldet. AG-Vorstand Gerhard Krisch (Bild oben) zog es vor, zu schweigen. Er dürfte etwas irritiert gewesen sein, was verständlich wäre. Er wurde ebenso wie Liga-Vorstand Alexander Schwärzler vom Schiedsgericht „einvernommen“.

Das Schiedsgericht, in dem die sowohl die Liga mit Clemens Völkl als auch die Austria mit Wolfgang Rebernig einen Anwalt als Vertreter entsandte, empfand nach einer mündlichen Verhandlung das Ermessen des Protestkomitees, der zweiten Instanz, in Bezug auf die Strafbemessung als korrekt, nicht überzogen. In Anbetracht der Dauer des Fristverzugs bei der Abgabe der überprüften Wirtschaftsdaten, die erst im Jänner nach dem Einstieg der Investorengruppe um Jürgen Werner erfolgte, müsse die Sanktion als angemessen beurteilt werden. Das Protestkomitee reduzierte den Punkteabzug von vier Punkten auf drei. Dabei bleibt es. Die Austria hatte die Lizenz erst in zweiter Instanz bekommen.

So startet erstmals seit Jahrzehnten wieder ein Klub mit einem Minus in die Saison. Die Kombination von Punkteabzug und Geldstrafe gab es noch nie. Da die Austria das Eröffnungsspiel beim Meister Red Bull Salzburg bestreitet, ist aus violetter Sicht zu befürchten, dass sich an minus drei erst beim ersten Heimspiel gegen den LASK etwas ändern kann. „Positiv“ könnte die Austria erst nach der dritten Runde bei Altach. Vier Punkte aus drei Runden sind bei diesem Programm mit zwei Auswärtsspielen aber kein Selbstläufer. Das erleichtert natürlich nicht den Job von Trainer Manfred Schmid in Sachen positiver Stimmung. Der Blick auf die Tabelle sollte anfangs besser tabu bleiben. Aber die Austria darf sich über das Urteil nicht beschweren. Die angesichts der wirtschaftlichen Verhältnisse angemessene Sanktion, die Transfersperre zur Austria, wurde nicht einmal angedacht. Was ebenso verwunderlich ist wie die Tatsache, dass die Sanktionen erst zur neuen Saison wirken und nicht schon letzte, in der das Vergehen begangen wurde. Solche Beispiele gab es in der Vergangenheit schon (beim GAK).

57 Minuten nach dem Urteil gegen die Austria vermeldete die Liga die Diplomverleihung des Bundesliga-Campus 20/21, der Sportmanagement-Ausbildung. Unter anderem an LASK-Sportchef Radovan Vujanovic und Rapids Sportkoordinator Steffen Hofmann. Sicher etwas kurios, dass zu den Vortragenden unter der Devise von den Besten lernen auch Austrias langjähriger AG-Vorstand Markus Kraetschmer gehörte. Unter dem das violette Finanzdebakel seinen Anfang genommen hatte.

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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