Fußball

Köln sorgt für Nervosität: In Topligen geht es um Milliarden

Fußball-Deutschland wartet gespannt auf Mittwoch. An diesem Tag entscheidet die Politik, sprich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder, ob die Bundesliga neun Tage später mit Geisterspielen weiter gehen kann. Ein 15 Zentimeter langes, flexibles Plastikstäbchen soll zum wichtigen Verbündeten der Klubs werden. Mit dem führen seit letzten Donnerstag vier verschiedene Labore ligaweit die Corona-Tests durch. Und da sorgte bereits Freitag der 1.FC Köln mit drei positiven Befunden für Nervosität. Einen Dämpfer für den Optimismus. Wenn auch nicht für einen so großen wie in Österreich. Innenminister Horst Seehofer redete in „Bild am Sonntag“ aber ähnlich wie Österreichs Gesundheitsminister Rudolf Anschober.

Bei einem Corona-Fall in Mannschaft oder Betreuerteam müsste der gesamte Klub zwei Wochen lang in Quarantäne, gegebenenfalls auch die Mannschaft, gegen die man zuletzt gespielt hat. Dem widersprach das Gesundheitsamt Köln, das nur die betroffenen drei Personen isolieren ließ. Begründung: Beim 1.FC Köln gäbe es keine Kontaktperson der Kategorie eins, daher müssen nicht das komplette Team in Quarantäne. Zur Kategorie eins zählen Menschen, mit denen ein Infizierter einen mindestens 15-minütigen Kontakt von Angesicht zu Angesicht, etwa im Rahmen eines Gesprächs, hatte.

Für Irritation sorgte zudem ein Interview von Kölns Mittelfeldspieler Birger Verstraete mit einem TV-Sender in der belgischen Heimat, in dem er die Corona-Maßnahmen beim 1 .FC Köln ziemlich heftig kritisierte. Das Interview wurde auch in Deutschland bekannt, Sonntag gab es einen Gipfel im Kölner Geißbockheim, bei dem Verstraete zurückruderte, behauptete, falsch interpretiert worden zu sein, daher in der Mannschaft blieb. Nur seine herzkranke Freundin kehrt nach Belgien zurück. Bei 14 Klubs, darunter elf mit österreichischen Legionären gab es keinen positiven-Corona-Test. Bei Bayern München, Bayer Leverkusen, Schalke, Wolfsburg, Freiburg, Hoffenheim, Union Berlin, Eintracht Frankfurt, Mainz, Fortuna Düsseldorf und Werder Bremen. Die machten dies am Sonntag öffentlich,  RB Leipzig und Mönchengladbach ebenso wie Augsburg nicht.

Die Nervosität ist nicht nur in Deutschland sehr groß, auch in England, Spanien und Italien. Denn in den Topligen Europas stehen Milliarden  auf dem Spiel. Bei der durch die Politik abgebrochenen französischen Ligue 1 werden die Verluste auf zwischen 390 und 440 Millionen Euro geschätzt. 245 entfallen auf die Fernsehgelder, da die TV-Partner Canal+ und BeIN Sports nicht mehr die letzte Rate in Höhe von 140 Millionen, die am 5.Juni fällig gewesen wäre, überweisen werden. Ein Drittel der französischen Klubs könnte pleite gehen.

Das größte Minus droht bei einem Abbruch Englands Premier League. Liga-Chef Richard Masters sprach von einer Milliarde Pfund, das sind 1,28 Milliarden Euro. Zuletzt lagen die Gesamteinnamen einer Saison bei 5,88 Milliarden. Mike Garlick, der Boss von Burnley, dem Zehnten der Tabelle, gab zu, dass seinem Klub im August das  Geld ausgehen wird, wenn bis dahin nicht gespielt wurde.

Von Spaniens Ligachef Javier Tebas kamen Schreckenrechnungen. Bei Abbruch eine Milliarde Verluste, 300 Millionen bei Geisterspielen. Auch die Klubs der La Liga sind stark abhängig von TV-Geldern, die rund 40 Prozent der Gesamteinnahmen in Höhe von 3,8 Milliarden ausmachen. Über der deutschen Bundesliga schwebt das Damoklesschwert von 750 Millionen Verlust für die Klubs bei einem Abbruch, In Italien Serie A haben die Clubs laut „Gazzetta deello Sport“ Schulden von gesamt 2,482 Milliarden.  De Einnahmenverluste würden rund 700 Millionen  ausmachen, sollte die Saison abgebrochen und die nächste bis Jahresende ohne Zuschauer gespielt werden. Dann könnten sogar zehn der 20 Erstliga-Vereine pleite gehen. Die Klubs beschlossen für den Fall des Abbruchs eine Gehaltsreduzierung bei allen  Spielern um ein Drittel ihres jährlichen Bruttogehalts. Das würde 355 Millionen einsparen. Die Spielergewerkschaft sprach sich dagegen aus.

Dass bei diesem Szenario die Hälfte der Klubs akut gefährdet wäre,  das trifft wohl auch auf die viel kleinere österreichische Bundesliga zu.

Foto: 1.FC Köln.

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