Fußball

Komplett neu wird es trotz Super-Energie bei Rangnicks Debüt nicht geben

Montag ließen sie sich noch gemeinsam in Madrid nach dem Real-Triumph in der Champions League feiern, Freitag werden sich Luka Modric und David Alaba aber nicht zum Auftakt der Nations League zwischen Kroatien und Österreich in Osijek sehen. Der 37 jährige Modric wird Kroatiens Team im Stadion Gradski vrt hinter dem englischen Schiedsrichter Chris Kavanagh auf den Rasen führen, Alaba das Match daheim in Wien vor dem TV-Schirm sehen. Diese Lösung fanden Teamchef Ralf Rangnick und Alaba Donnerstag nach dem Teamtraining im Avita-Resort von Bad Tatzmannsdorf. Da der Abwehrchef bei den ersten drei Einheiten unter Rangnick fehlte, hätte er nicht von Beginn an gespielt. Das wird Montag im Happel-Stadion gegen Dänemark passieren, dann wird Alaba auch Kapitän sein. Sein Vertreter in Osijek? Rangnick will einen mit genügend Erfahrung von vielen Länderspielen bestimmen. Das sieht ganz nach Marko Arnautovic mit seinem 98 Einsätzen im Teamdress aus. Wird aber sicher zu Diskussionen führen, weil es ja nicht alltäglich ist, wenn Spitzensportler wie der Bologna-Legionär einer ist, für Alkohol werben.

Rangnick bemerkte vor seiner Premiere seit Sonntag eine Super-Energie in der Mannschaft. Wenn sie diesen Geist auf dem Platz zeige, gepaart mit dem Art von Fußball, die ihm vorschwebt, dann könnte es Österreichs erstes Erfolgserlebnis gegen Kroatien im sechsten Duell geben. Rangnick geht es vor allem darum, Kontrolle über Spiel und Gegner zu haben. Zwei der geplanten sechs Trainings hat er gestrichen, weil am Saisonende weniger wahrscheinlich mehr sein kann, damit ein paar Körner mehr im Tank sind. Aber wer über vier Spiele in elf Tagen klagt, der ist sicher fehl am Platz. Die attraktive Nations League gegen prominente Top Teams bringt sicher mehr als belanglose Tests gegen Mannschaften aus der unteren Kategorie.

Wer etwas komplett anderes als zuletzt von Österreichs Team erwartet, der liegt falsch. Denn die schwache WM-Qualifikation lag sicher nicht am fehlenden Feuer, erstmals seit 25 Jahren ein WM-Ticket zu erobern. Auch das, was Rangnick trainieren ließ, war nicht komplett neu, wie Xaver Schlager feststellt. Die Aufstellung verriet Rangnick erwartungsgemäß nicht. Offen, ob er mit drei Innenverteidigern beginnen wird (dann könnte Hannes Wolf auf der linken Aussenbahn sein Debüt feiern) oder mit Viererkette. Beim kroatischen Kollegen Zlatko Dalic, der trotz des Tods seines Vaters in der Coaching Zone stehen wird, weiß man mehr. Der Vizeweltmeister beginnt im 4-2-3-1, muss mit dem von Inter Mailand nach London zu Tottenham transferierten Stürmer Ivan Perisic sowohl Atletico Madrid-Verteidiger Sime Vrsajlko zwei Stützen vorgeben. Prunkstück ist das zentrale Mittelfeld mit dem in Linz aufgewachsenen Mateo Kovacic von Chelsea sowie Marcelo Brozovic von Inter Mailand, vor dem Modric die Fäden zieht. Kroatien beginnt mit drei Legionären aus Deutschland, je zwei aus Spanien und Italien, je einem aus England, Schottland und Frankreich (der Ex-Salzburger Duje Caleta-Car im Abwehrzentrum) sowie Dinamo Zagreb-Goalie Dominik Lovakovic. Der Tormann bei Österreich? Rang will in den vier Nations League-Spielen alle drei einsetzen, womit der im Moment noch vereinslose Martin Fraisl debütieren wird.  Dann werde man laut Rangnick sehen, ob sich eine Nummer eins herauskritallisiert. Der beste Fußballer des Trios ist zweifelsohne Patrick Pentz. Daher könnte er leichte „Startvorteile“ haben, Erfahrung und konstante Form sprechen für Heinz Lindner.

In Osijek wird es zum VfB-Stuttgart-Duell zwischen Sasa Kalajdzic und Linksverteidiger Borna Sosa kommen, zum Hoffenheim-Duell zwischen Christoph Baumgartner und Andrej Kramaric. Xaver Schlager spielte letzte Saison bei Wolfsburg mit Torino-Legionär Josip Brkalo zusammen. Im zweiten Spiel der Gruppe empfängt Weltmeister Frankreich im Stade de France in Dänemark. Für Karim Benzema die Rückkehr an die Stätte seines Triumph mit Real Madrid nach sechs Tagen. Die Dänen wurden vor dem Flug nach Frankreich von ihrer Königin Margarete besucht, die ihnen Mut zusprach. Zu Österreichs Spielern kam Burgenlands Landeshauptmann Hans Peteer Doskozil. Ein Unterschied muss sein.

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Foto: ÖFB/Christopher Kelemen.

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