Fußball

LASK verkauft Corona-Tests um 175 Euro! Was gegen Bundesliga mit 14 Klubs spricht

Tabellenführer LASK sorgt in der Corona-Pause weiter für außergewöhnliche Aktionen. Die begannen mit der verbalen Attacke von Boss Siegmund Gruber gegen UEFA-Präsident Aleksander Ceferin, wobei ihm offenbar völlig egal war, dass er auch zum Präsidium des ÖFB gehört und dabei nicht wirklich zwischen seinen Funktionen trennen und sagen kann, nur als LASK-Funktionär geredet zu haben. Dann folgte das Ausscheren aus der abgesprochenen Bundesliga-Linie zum Trainingsbeginn am Dienstag. Als Erster nach 22 Runden nahm der LASK eigenmächtig für sich das Recht in Anspruch, auch als Erster einen Tag früher mit dem Training in kleinen Gruppen auf Rasen zu beginnen. Samt einer Pressekonferenz am Rande des Spielfelds der Paschinger Raiffeisen-Arena unter Wahrung der Sicherheitsabstände, die auch zu Irritationen führte und zum Verbot der Liga nach Rücksprache mit dem Gesundheitsministerium für die anderen elf Klubs, diesem Beispiel zu folgen. Bei der Pressekonferenz äußerte Vizepräsident Jürgen Werner wieder ethische und moralische Bedenken, die Meisterschaft zu Ende zu spielen.

Keine Bedenken hat hingegen der LASK, seit Mittwoch via seiner Homepage Corona-Tests für seine Fans anzubieten und zu verkaufen. Sowohl PCR als auch Antikörper (Bild oben). Zum Preis von jeweils 175 Euro. In Zusammenarbeit mit dem Labor Novogenia in Eugendorf bei Salzburg, das die  Spieler und Betreuer des LASK letzte Woche getestet hatte. Dabei wird betont, dass Novogenia täglich 10.000 Tests zur Verfügung stellen könnte, ohne dass die für die Öffentlichkeit relevanten Kapazitäten darunter leiden. Über die Aktion kann man natürlich diskutieren. Es gibt einige, die vermuten, der LASK wolle durch die Aktion seine Kosten für die Tests reduzieren, die rund um die letzten zehn Runden anfallen würden.

Abwarten, was der LASK Freitag bei der Telefonkonferenz der 28 Bundesligaklubs vorbringen wird. Das zweite zentrale Thema nach dem Konzept für Geisterspiele wird die zweite Liga sein. Die will offenbar nur das Spitzenduo (Ried und Austria Klagenfurt) ohne Zuschauer zu Ende spielen, die anderen 14 Vereine sind eher dafür, die ausstehenden elf Runden nicht mehr auszutragen. Besonders vehement dagegen sind Kapfenberg-Boss Erwin Fuchs und Stefan Reiter, der Geschäftsführer von Blau Weiß Linz. Sie argumentieren mit zu hohen, nicht verkraftbaren  Kosten für die notwendigen Tests. Wenn es zum Abbruch kommt, dann würde es gemäß dem letzten Beschluss des ÖFB-Präsidiums weder einen Absteiger noch einen Aufsteiger geben.

Dagegen würden sowohl Ried als auch Klagenfurt klagen. Das Argument der Kärntner, man traue sich schon zu, die acht Punkte Rückstand auf Ried aufzuholen, kann aber nicht relevant sein. Um Klagen zu verhindern, ertönt auch der Ruf nach Aufstockung der Bundesliga auf Grund von Corona von zwölf auf 14 Vereine. Ried fühlt sich dafür in jeder Hinsicht gerüstet. Austria Klagenfurt muss das auch behaupten. Seit dem Einstieg von Investor Tomislav Karacija vor einem Jahr soll der Klub ganz seriös aufgestellt sein, woran es aber auch einige Zweifel gibt. Das Argument für die Aufstockung heißt: In der Saison 2020/21 würden als Corona-Folge und wegen der bevorstehenden Europameisterschaft ohnehin die Terminnot ausbrechen. Also wäre es sogar vorteilhaft, nur 26 statt wie mit der Zwölferliga samt Play-off 32 Runden auszutragen. Ob es gut ist, schon nach zwei Saisonen den Play-off-Modus wieder ad acta zu legen, müsste man auch hinterfragen. Gegen die Aufstockungsvariante sprechen vor allem die aktuellen Medienverträge, die auch für die kommende Saison ihre Gültigkeit haben. Wie man hört, soll vor allem TV-Partner Sky sich nicht wirklich mit einer Bundesliga mit 14 Klubs  anfreunden können. Dann das würde bedeuten: Nur 182 Spiele statt wie derzeit 195. Für 13 weniger würde Sky sicher nicht das gleiche Geld zahlen wie bisher. Sondern einen siebenstelligen Betrag weniger.

Foto: LASK.

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