Fußball

Leihhaus Bundesliga: Die Rückkehr von Flops droht

Insgesamt an die 30 Spieler haben die zwölf Bundesligaklubs  derzeit verliehen oder ausgeliehen! Im Vergleich zu Deutschland bedeutet dies einen Klacks. Dort geht es um 130 Spieler bei den Vereinen, wobei Werder Bremen mit zwölf verliehenen (darunter Romano Schmid an Wolfsberg) und fünf geliehenen Profis der Spitzenreiter und kann dadurch in arge Schwierigkeiten kommen. Weil an das Leihgeschäft mit Borussia Dortmund und Hoffenheim für Ömer Toprak und Leo Bittencourt die Kaufverpflichtung im Falle des Klassenerhalts verbunden war. Bleibt also der Vorletzte oben, werden an Ablösen, 13,5 Millionen Euro fällig. Die Bremen in Corona-Zeiten finanziell nicht stemmen kann.

In Österreich sind Wolfsberg und Austria mit je vier Leihspielern die Spiizenreiter. Die Kärntner haben alle ausgeliehen (Miguel Vieira und  Milos Jojic, von Basaksehir Istanbul, Schmid von Bremen und Alexander Schmidt von Liefering), die Austria mit dem Amerikaner Erik Palmer-Brown (von Manchester City) und dem dänischen Verteidiger Andreas Poulsen (von Mönchengladbach) nur zwei. Sportvorstand Peter Stöger  verlieh im Jänner zwei Stürmer: Den Israeli Alon Turgeman nach Polen an Wisla Krakau, den 13. der Ekstraklasa, Sterling Yakete nach Kroatien zu Rijeka, wo er vor der Corona-Pause nur 14 Minuten spielte. Das größere Problem für Austria als der 20 jährige Afrikaner dürfte der acht Jahre ältere Turgeman werden. Laut violetten Insidern war er einer der Topverdiener im Kader, wenn nicht sogar der teuerste Spieler. Er ist nur bis Saisonende verliehen. Wenn er danach wieder in Wien vor der Austria-Tür steht, bedeutet dies eine zusätzliche Belastung für das Budget. Für Wisla erzielte er in zwei Spielen ein Tor, dem polnischen Traxditionsklub geht es finanziell offenbar noch schlechter als der  Austria.  Konnte durch den ehemaligen Star von Borussia Dortmund und Wolfsburg, Jakub Blaszczykowski, in letzter Minute vor der Insolvenz gerettet werden. Der 34 jährige spielte seit der Rückkehr zum Stammklub vor einem Jahr um die symbolische Summe von 500 Zloty pro Monat. Das sind umgerechnet 116 Euro, die er einem Waisenhaus spendet. Anfang April kaufte Blaszczykowski, der 2019 in der EM-Qualifikation  gegen Österreich gespielt hatte, mit zwei Partnern die Fußballabteilung von Wisla Krakau. Daher liegt die Vermutung nahe, dass nach Corona mehr als bisher Sparen angesagt sein wird, daher teure Leihspieler nicht gefragt sein werden. Der Vertrag von Turgeman bei Austria, bei der  er bisher zur Kategorie Transferflop gehörte, läuft noch bis 2021.

Ähnlich liegt der Fall bei Rapid. Da geht es um Deni Alar und Andrija Pavlovic, die im Sommer 2019 für ein Jahr verliehen wurden.  Alar an Levski Sofia, wo ihm in 20 Spielen zwei Tore und fünf Assists gelangen. Die Bilanz des 26 jährigen Serben bei Apoel Nikosia; Fünf Tore und ein Assist in 20 Spielen. Auch in Bulgarien und auf der Mittelmeerinsel Zypern wird nach Corona das Budget runtergefahren werden, also muss sich Rapids Sportgeschäftsführer Zoran Barisic mit dem Gedanken vertraut mache, dass die von Vorgänger Fredy Bickel verpflichteten Pavlovic und Alar auf ihre laufenden und gut dotierten Verträge bei Grün-Weiß pochen werden. Bei Pavlovic läuft er bis 2021, beim 30 jährigen Alar (Bild oben) ein Jahr länger. Es wird kein „Zufall“ gewesen sein, dass Alar als Kapitän von Sturm Graz im Sommer 2018 die Ausstiegsklausel nützte und nach Hütteldorf zurückkehrte, als dort ein Nachfolger für den nach Belgien zu Gent abgewanderten Giorgi Kvilitaia gesucht wurde. Das muss sich für Alar ausgezahlt haben. Doch mit dem Trainerwechsel von Goran Djuricin zu Didi Kühbauer sank sein Stellenwert.

Bei Sturm geht es vor allem um den von Cagliari ausgeliehenen Bulgaren Kiril Despodov. Der bis Juni an Admira verliehene Markus Lackner hat in Graz einen Vertrag bs 2021.  Zurückkehren von Hartberg wird Pechvogel Michael Lema: Der 20 jährige erlitt beim zweien Einsatz als Leishpieler einen Kreuzbandriss. Zu Red Bull Salzburg könnten die Bosnier Smail Prevljak und Darko Todorovic aus Belgien (Eupen) und der zweiten deutschen Liga (Holstein Kiel) zurückkehren. Rechtsverteidiger Todorovic hat einen Vertrag bis 2023, Prevljak bis 2022. Bis 2024 ist Linksverteidiger Gideon Mensah an Salzburg gebunden, seit August 2019 ist er an den belgischen Klub Waregem verliehen. Der 21 jährige Mensah gilt als möglicher Nachfolger für den 34 jährigen Kapitän Andreas Ulmer.

Wenig Glück hat Altach diese Saison mit Leihspielern: Ousmane Diakite, 19 jähriges Mittelfeldtalent im Besitz von Salzburg, verletzte sich im Herbst am rechten Knie so schwer, dass er erst 2021 wieder spielen  kann. Mergim Berisha wurde im Winter von Salzburg zurückbeordert. Der für ihn als Ersatz von Mönchengladbach ausgeliehene Paraguay-Teamstürmer Julio Villalba fiel bisher mit chronischen Adduktorenproblemen aus. Seine Zeit im Ländle wird mit Saisonende  beendet sein.

Foto: © SK Rapid Wien Media .

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