Fußball

Liga-Vorstand sollt Vizekanzler beim Wort nehmen! Saison dauert bis 31. Juli

Seit einer Woche stehen die zwölf Bundesligaklubs und Cupfinalist Austria Lustenau im Training mit kleinen Gruppen. Man hört überall, dass dies richtig Spaß macht. Die meisten scharren schon in den Startlöchern. Das merkt man auch an Details. An Vereinen, die Taten für die Zukunft setzen: Admira verlängerte mit seinem Kapitän den zuletzt herausragenden 26 jährigen Tormann Andreas Leitner bis 2022. Bei Sturm unterschrieb Günter Kreissl den letzten Vertrag in seiner Ära als Sportchef,  bevor er Freitag an Andreas Schicker übergibt: Kreissl band Offensivtalent Michael John Lema bis 2022 an die Grazer und prolongierte zugleich den Leihvertrag für den 20 jährigen mit Hartberg bis Sommer 2021. Das ist bemerkenswert, weil Lema heuer in seinem zweiten Einsatz für Hartberg einen Kreuzbandriss erlitt, jetzt am Beginn der Reha steht.Da fanden alle drei Beteiligten zur besten Lösung.

Am Weg dazu scheine die Gespräche zwischen Bundesliga und Politik wegen der Fortsetzung der Saison mit Geisterspielen zu sein. Das signalisierte Mittwoch einmal mehr Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler. Wie in Deutschland bleibt die entscheidende Frage: Was passiert, wenn ein Spieler nach dem für Mitte Mai geplanten Start positiv auf Corona getestet wird? Im Konzept, das Ligavorstand Christian Ebenbauer letzte Woche an Kogler und Gesundheitsminister Rudi Anschober übermittelte, war davon die Rede, dass dann nur die entsprechende Person isoliert wird. Der deutsche Plan, der die erste Hürde beim Arbeitsministerium nahm, auch im Gesundheitsministerium prinzipiell Zustimmung fand, sieht umfassendere Auflagen für die Spieler als in Österreich vor.

Mit einer Art Quasi-Quarantäne und einem Corona-Tagebuch, das sie führen müssen. Bevor es  am 9. oder 16.Mai weiter geht, müssen alle 18 Mannschaften in ein Trainingslager, in dem alle Spieler und Betreuer getestet werden müssen. Wenn die Punktejagd läuft, dürfen sich nur in einer „Zone“ (das ist der Originalton) bewegen. Die Quasi-Qurantäne besteht aus privater Wohnung und dem Trainingszentrum des Klubs. Die Betreuer und Spieler dürfen auch nur allein in ihrem PKW fahren. Gewünscht wäre auch, dass sich die Familien, also Frau oder Lebenspartnerinnen sowie die Kinder, testen lassen. Wenn sie das ablehnen, weil sie dazu nicht verpflichtet sind, muss jeder ihrer Kontakte zur „Aussenwelt“ schriftlich dokumentiert werden. Gab es im eine Person mit einem  „ungeschützten“ Kontakt mit einem Außenstehenden, muss sie sich testen lassen. Lehnt sie das weiter ab, darf der  Spieler nicht in den Haushalt zurück. Die Trainer, Betreuer sowie Ersatzspieler müssen auf der Bank nicht nur Abstand halten, sondern auch eine Gesichtsmaske tragen. Daher wird man auch Bilder von Adi Hütter und Oliver Glasner mit Maske zu sehen bekommen. Donnerstag bespricht Kanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder wieder das Thema Bundesliga.

Zurück nach Österreich. Da machte Kogler zwar der Bundesliga Hoffnungen, aber nicht der zweiten Liga so gut wie keine. Der Vizekanzler bezieht sich da vor allem auf die neun Klubs, die letzten Freitag für den Abbruch stimmten: „Selbst wenn wir ihnen alle möglichen Vergünstigungen geben, würden sie nicht spielen, weil es sich wirtschaftlich trotzdem nicht ausgeht.“ Eine gewagte Behauptung, die an eine Unterstellung grenzt. Ebenbauer sollte Kogler beim nächsten Betreffen bezüglich aller möglichen Vergünstigungen beim Wort nehmen, die genau definieren lassen. Und müsste dann die neun Verweigerer „umdrehen“. Mit der Prognose vom Mittwoch machte es sich Kogler jedenfalls zu leicht.

Ebenbauer bliebe noch ein zweiter Weg, über den hier bereit am 5.April als Wort zum Sonntag geschrieben wurde: Ein Bittgang zu Red Bull-Boss Didi Mateschitz. Jetzt ginge es nicht mehr um die Bundesliga, sondern nur noch um die zweite. Wetten, dass Mateschitz ein offenes Ohr dafür hätte, mitzuhelfen, die Probleme zu lösen? Man muss er nur einmal versuchen. Ein „Hindernis“ räumte Donnerstag das Präsidium des ÖFB aus den Weg: Es stimmte zum dass Saisonende vom 30.Juni um ein Monat auf den 31. Juli zu verlegen. Das war zwar nur ein Formalakt, für den sich Ebenbauer bedankte, weil de einiges erleichter. Sowohl für Bundesliga als auch für zweite Liga, falls sie weiter spielt.

 

 

Foto: Österreichische Fußball-Bundesliga Geschäftsbericht 2017∕18.

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