Es ging nur um das Retourspiel in der Qualifikation zur Conference League gegen Santa Coloma aus Andorra am Mittwochabend in Hütteldorf, dennoch kam gleich ein Trio aus der grün-weißen Führungsetage zum Medientermin: Steffen Hofmann als Sprecher der Geschäftsführung, Markus Katzer als Sportchef und wie immer Trainer Hoff Thorup. Nach Hofmann ist künftig die Stiege elf auf der Osttribüne des Allianz-Stadions benannt. Die Sommerpause dient bei Grün-Weiß auch dazu, nicht nur den Rasen zu erneuern, sondern auch im Stadion etwas zu adaptieren und damit an die grün-weißen Erfolge der Vergangenheit zu erinnern. Indem zehn Aufgänge, sprich Stiegen, die Namen von Spielern aus Rapdis Jahrhundertelf bekamen. Auf der Haupttribüne die Stiege eins von Michael Konsel, die Stiege 20 von Kanonier Franz „Bimbo“ Binder, auf der Nordtribüne die Stiegen zwei bis fünf von Gerhard Hanappi, Ernst Happel, Heribert Weber und Peter Schöttel, auf der Osttribüne die Stiegen acht bis elf nach Antonin Panenka, Hans Krankl, Didi Kühbauer und Hofmann. Keine schlechte Idee, ganz im Gegenteil.
Thorup feierte seine Europacup-Heimpremiere als Rapid-Trainer. 11.000 Karten waren bis Dienstag verkauft, das ist angesichts der Urlaubszeit und des wenig attraktiven Gegners doch beachtlich. Dazu verhalfen auch moderate Eintrittspreise, die teuersten Karten kosteten 30 Euro. Thorup war mit der Leistung beim 3:1 in Andorra nicht zufrieden, Mittwoch will er mehr Kontrolle und Tore sehen. Interessant wird die Aufstellung, da es ja nach dem Sieg in Andorra für das Cupspiel am Wienerberg-Platz zehn Umstellungen gab. Wieder so viele oder einige weniger? Sicher ist, dass Nenad Cvetkovic, Kapitän Matthias Seidl und Nikolaus Wurmbrand (Bild), die Sonntag gar nicht zum Kader gehörten, dabei sind, Romeo Amane hingegen nicht. Der Ivorer überknöchelte auf Kunstrasen in Andorra, wird daher für den Ligastart gegen Altach am Sonntag geschont. Trifft das Mittwoch auch auf Tonni Adamsen zu, der als einziger zweimal zu den ersten elf gehörte? Ein Analyst aus Thorups Staff sitzt Donnerstag in Baku, der Hauptstadt von Aserbaidschan, beim Retourspiel der möglichen Rapid-Gegner FK Zire und Paide aus Estland auf der Tribüne. Die Esten führten mit 1:0. Montag erfährt Rapid die möglichen Gegner in den Play-offs, die Qualifikation für die Ligaphase der Conference League wäre 3,17 Millionen Euro wert. Das würde Rapids Budget gut tun, obwohl einer von der Gehaltsliste gestrichen werden konnte: Thomas Sageder, der Assistent von Ex-Trainer Peter Stöger, wurde beim ÖFB Nachwuchsteamchef, ist für die U-15 zuständig.
Katzer erwartet noch ein wildes Finish der Transferzeit in den letzten August-Wochen, „gestand“ aber, dass es bisher keine zufriedenstellenden Angebote für einen Spieler gab. Auch nicht für Amane oder Wurmbrand, der sich jetzt von der Agentur beraten lässt, mit der Sasa Kalajdzic nicht mehr zusammenarbeiten wollte. „Jeder im Kader weiß über seine Rolle Bescheid“, meinte Thorup. Daher könnte es sein, dass einige damit nicht zufrieden sind und keine Zukunft in Grün-Weiß sehen. So wie bei Salzburg der 20-jährige Stürmer Philipp Verhounig. Vor sechs Jahren wechselte er von der Wolfsburg-Akademie nach Salzburg, kam durch die Akademie ins Team der Youth League, in dem er 2024/25 mit elf Toren in neun Partien Schützenkönig wurde, ehe er vier Monate wegen einer Adduktorenverletzung pausieren musste. Für Liefering erzielte Verhounig in der zweiten Liga bei 63 Einsätzen 23 Tore. In Salzburgs Bundesligakader kam er nicht, daher kehrte der Kärntner in seine engere Heimat zurück. Er unterschrieb bei Wolfsberg einen Dreijahresvertrag.
Foto: SK Rapid TV.
