Fußball

Mehr Acker als Wiese in Pristina: Aber das darf keine Ausrede sein!

Von den letzten zehn Heimspielen im Stadiumi Fadil Vokri von Pristina verlor der Kosovo nur eines. Hängt das auch damit zusammen, dass dort das Spielfeld mehr einem Acker als einer Wiese gleicht, wie Österreichs Teamchef Ralf Rangnick am Tag vor Österreichs viertem Spiel in der Nations League irritiert und verärgert feststellte? Ein solches katastrophales Terrain dürfte es eigentlich bei internationalen Spielen nicht geben, meinte Rangnick, so etwas habe er in 41 Jahren seiner Karriere noch nicht gesehen. Kosovos Teamchef Franco Foda (Bild) hatte den schlechten Rasen schon vor dem 1:3 im Happel-Stadion angesprochen, als er meinte, er würde sich auch in Pristina eine ähnliches Topterrain wie in Wien wünschen. Darum zeigte er für Rangnicks Ärger auch Verständnis: „Das liegt an der fehlenden Infrastruktur. Über den Sommer mussten alle internationalen Spiele in dem Stadion ausgetragen werden, davon hat sich der Rasen nicht erholt.“

Irland kam damit gar nicht zurecht, wurde bei der 0:1-Niederlage in Pristina kaum einmal gefährlich. Wenn das Österreich am Sonntag auch passiert, dann könnten nach den ersten vier Spieltagen drei Teams je sieben Punkte haben: Österreich, der Kosovo und Irland, wenn im Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit im serbischen Backa Topola  wie eine Woche davor in Debrecen ein Sieg gegen Israel gelingt. Das würde ein spannendes Finish im November im Kampf um den Aufstieg bedeuten, das sich Österreich gerne ersparen würde. Bei allem Verständnis über den „Acker“ von Pristina: Er darf keine Ausrede sein. Denn auch der Kosovo als spielerisch gute Mannschaft wird damit seine Probleme haben.

Rangnick gibt Alexander Schlager im Tor gegenüber Florian Wiegele den Vorzug. Was naheliegend war, da sich Schklager beim Sieg gegen Israel nichts zuschulden kommen ließ. Ob Michael Gregoritsch oder Junior Adamu als einzige Spitze beginnt, ließ Rangnick noch offen. Sasa Kalajdzic bleibt wie erwartet im „Talon“. Carney Chukwuemeka ist nicht einsatzfähig. Ob Konrad Laimer oder Nicolas Seiwald neben Xaver Schlager beginnt oder beide, damit drei zentrale Mittelfeldspieler zum Einsatz kommen? Das wäre eigentlich bei dem Kampfspiel, das auf diesem Acker zu erwarten ist, die naheliegende Lösung. Auch bei Foda gibt es Umstellungen: Er schonte Kapitän Vedat Muriqi, seinen torgefährlichsten Stürmer, gegen Israel für das Duell gegen Österreich, lässt ihn vermutlich anders als in den ersten drei Partien gemeinsam mit dem Ex-Austrainer Fisnik Asllani stürmen. Auch Leon Avdullahu, der beste Mittelfeldspieler, stand beim 0:0 gegen Israel nicht in der Startformation. Als Joker konnte er dann nichts mehr bewegen.

In der Nations League A endete die Heimpremiere von Frankreichs Teamchef Zinedine Zidane nach den Auswärtssiegen gegen die Türkei und Belgien mit einer Enttäuschung. Im Stade de France,  in dem er 1998 Weltmeister wurde, gab es gegen Italien nur ein 1:1 (0:0). Nach der Führung durch Bayern-Star Michael Olise glichen die Italiener ausgerechnet durch Inters Abwehrspieler Alessandro Bastoni aus. Er war wegen der roten Karte im Play-off gegen Bosnien der Sündenbock für Italiens verpasstes WM-Ticket. Gelb-Rot sah Freitag Frankreichs Abwehrchef, der Ex-Salzburger Dayot Upamecano, fehlt somit Montag in Paris gegen Belgien. In der Spanien-Gruppe deklassierte England in Rijeka Kroatien 7:0 (4:0). Harry Kane und Bukayo Saka erzielten je zwei Tore. In der Nations League B feierte der 20-jährige WSG Tirol-Tormann Salmko Hamzic Freitag in Zenica sein Teamdebüt bei Bosnien. Beim 1:1 (0:0) gegen Schweden stand alles im Zeichen des 152. und letzten Länderspiels des 40-jährigen Edin Dzeko nach 19 Jahren Teamkarriere. Der Ex-Salzburger Kerim Alajbegovic verhinderte mit dem Ausgleich eine verpatzte Abschiedsparty.

Foto: Fotobyhofer/Christian Hofer .

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