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Mehr als 2000 Auswärtsfans der Austria beim Derby: Thorup und Helm sind „hörbar“

Nur um Platz vier statt um den Meistertitel geht es am Sonntag im 350. Wiener Derby zwischen Rapid und der Wiener Austria, das dennoch ausverkauft sein wird. Mittwoch waren bereits 23.500 Karten verkauft, auch der Gästesektor wird mit mehr als 2000 Fans der Wiener Austria voll gefüllt sein. Der Unterschied zum letzten Derby in Favoriten, als der Gästesektor für Rapid-Anhänger nach dem Eklat beim 348. Derby einerseits von der Liga für Rapid-Anhänger gesperrt war, anderseits Rapid die Konsequenzen zog und zumindest zwei Jahre keine Karten für seine Fans bei Auswärtsderbys anfordern wird. Das kam für die Austria-Führungsgarnitur um Präsident Michael Gollowtzer und Finanzvorstand Harald Zagiczek nicht in Frage. Weil sich der violette Fansektor ihrer Ansicht nach zuletzt bei den Derbys nicht zu Schulden kommen ließ. Was nicht ganz stimmt: Wegen Pyrotechnik-Vergehen gab es eine Geldstrafe. Außerdem waren auch Austria-Anhänger an den schweren Ausschreitungen im September 2024 beteiligt, weshalb die Austria nach den damaligen Hütteldorfer Vorkommnissen auch auf Bewährung spielt. Für die Wiener Polizei bedeutet das Hochrisiko-Spiel einen Goßeinsatz mehr am kommenden Sonntag. Außer dem beim Wings for Life-Lauf mit 1300 Teilnehmern im Westen Wiens und dem bevorstehenden European Song Contest rund um die Wiener Stadthalle.

Für Rapid ist es das letzte Heimspiel dieser Saison, zu dem die Mannschaft, die vor 30 Jahren das Europacupfinale der Cupsieger in Brüssel erreichte, das 0:1 gegen Paris St. Germain verloren ging, und Meister wurde, als Ehrengäste eingeladen sind. Zugesagt haben Trainer Trainer Ernst Dokupil, sein Assistent Herbert Feurer und mit drei Ausnahmen die noch lebenden Spieler. Dass Didi Kühbauer keine Zeit hat, ist mehr als verständlich. Er kann zur gleichen Zeit mit dem LASK das Double fixieren.  Abgesagt haben Zoran Barisic und Stefan Marasek. Bei Barisic könnte dies eine Reaktion auf seine Entlassung durch Sportchef Markus Katzer sein. Barisic stand vor drei Jahren für den Ballbesitzfußball, der laut Katzer jetzt wieder forciert wird. Ein anderer Trainer, von dem sich Katzer diese Saison trennte, als Rapid Zweiter war, kommt hingegen: Peter Stöger.

Stögers Nachfolger Hoff Thorup und Austrias Stephan Helm werden Sonntag hörbar sein. Es kommt zur Premiere im internationalen Fußball, dass in der obersten Spielklasse die Cheftrainer mit einem Mikrofon ausgestattet sind, somit ihre Anweisungen, Ansprachen und Emotionen für die Zuschauer bei Sky Austria verfolgbar sein werden.

Foto: Yigit Oerme.

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