Zum letzten Mal für zwölf Monate wird Sturm Graz Dienstagabend mit dem Champions League-Ball spielen. Vor höchstens 8000 Zuschauern im Klagenfurter Wörthersee-Stadion im Play-off-Rückspiel gegen Norwegens Meister Bodoe Glimt. Nach dem 0:5 auf Kunstrasen in Norwegen auf ein Wunder zu hoffen, ist reine Illusion. Trainer Jürgen Säumel versprach, dass eine Mannschaft ein völlig anderes Gesicht zeigen wird als letzten Mittwoch. Viel spannender wird sein, welches Gesicht Sturm am Ende der Transferzeit am 5. September zeigen wird. Säumel spricht von einem großen Umbruch, „weil sehr viele Spieler weggegangen sind!“ Es begann mit Mika Biereth im Jänner, ging im Sommer mit Tormann Kjell Scherpen, Abwehrchef Gregory Wüthrich und Mittelfeldmotor Malick Yalcouye weiter. Sollte noch der schottische Verteidiger Max Johnston dazukommen, wird das nicht so ins Gewicht fallen wie die anderen vier. Sportchef Michael Parensen lässt sich weiter Zeit. Sein Vorgänger Andreas Schicker war etwas anders, was er Montag auch in seinem neuen Job bei Hoffenheim bewies: Auf den Kreuzbandriss des japanischen Innenverteidigers Koki Machida reagierte er zwei Tage später, holte mit dem 22 jährigen Schweizer Albian Hajdari rasch einen Ersatz. Dafür machte er fünf Millionen Euro locker. Was damit gesagt werden soll: Mit der Möglichkeit, zum zweiten Mal hintereinander in die Champions League zu kommen, hätte Parensen anders agieren müssen, sich nicht auf Perspektivspieler konzentrieren sollen, sondern auf welche, die sofort helfen können.
Sky zeigt den Sturm-Abschied von der Champions League live, Experte ist Andreas Herzog. Bei ServusTV sind ab 23.05 Zusammenfassungen der drei Dienstag-Spiele. Aus Klagenfurt und von zwei möglichen Sensation: Von Kasachstans Meister Kairat Almaty gegen Celtic Glasgow(Hinspiel 0:0) und von Zyperns Meister Paphos nach dem 2:1-Auswärtssieg gegen Roter Stern Belgrad. Bei den Serben gehört Marko Arnautovic anders als im Hinspiel zum Kader. Canal+ zeigt Mittwochabend Benfica Lissabon gegen Fenerbahce Istabul mit dem portugiesischen Startrainer Jose Mourinho aus dem Estadio da Luz.
Mehr Spannung als in Klagenfurt wird es Dienstag sogar in der zweien Runde des österreichischen Cups geben. Etwa im Oberösterreich-Derby zwischen Regionalligist Union Gurten und Bundesligaaufsteiger Ried im nach Rieds ersten Abstiegstrainer Klaus Roitinger benannten alten Rieder Stadion. In das der Bundesligist nach fast 22 Jahren zurückkehrt. Zweitliga-Absteiger Voitsberg, der Sensationssieger über die Wiener Austria, spekuliert gegen die Admira mit der nächsten Überraschung. Admiras letzter Siegestorschütze, der Tiroler Justin Forst, stieg letzte Saison mit Voitsberg ab.
Foto: ServusTV/Manuel Seeger.
