Dominik Fitz hilft der Wiener Austria, ihre finanziellen Sorgen nach dem Scheitern im Europacup etwas zu verringern. Indem er in die nordamerikanische Major Soccer League wechselt. Davon war seit Jahresbeginn die Rede. Fitz ist derzeit mit 26 Jahren im besten Fußballeralter. Da müsste es normal höhere sportliche Ziele geben, als in die USA zu wechseln, auch wenn damit die Aussicht besteht, einmal gegen Lionel Messi zu spielen. Die USA kann das Ziel für Stars im Herbst ihrer Karriere wie Bayern-Ikone Thomas Müller sein, der zehn Jahre älter als Fitz ist. Offenbar gab es kein anderes oder besseres Angebot aus Europa für den violetten Kreativspieler. Daher sagte er ja bisher besten Vertrag seiner Karriere, der aber sportlich keinen Schritt nach vorne bringt. Weiter zuwarten war offenbar keine Option, weil die Transferzeit in der Major Soccer League am Donnerstag endet. Der neue Klub von Fitz wird nicht die New York Red Bull-Filiale sein, von der zunächst die Rede war, sondern Minnesota United, derzeit als Zweiter der Western Conference hinter San Diego auf sicherem Kurs in Richtung Play-offs.
Sonntag bereitete Fitz bei Austrias 1:2 gegen den LASK sieben Torschüsse direkt vor – das war der Höchstwert in der dritten Runde, zeigte seinen Wert für die Austria, für die er in 204 Spielen 54 Tore erzielte und 63 vorbereitete. Der „schwarze Punkt“: Der Elfmeterspezialist vergab vor einem Jahr ausgerechnet im Penaltyschießen gegen Ilves Tampere den entscheidenden, der zum Ausscheide im Europacup führte. Seit damals verschoss er keinen mehr. Die Austria bekommt für ihn knapp über zwei Millionen Euro – damit wurde Fitz in Wahrheit unter Wert verkauft. Und hinterlässt bei Violett eine große Lücke. Wer kann die schließen? Der Deutsche Johannes Eggestein oder Manprit Sarkaria sind Spieler, die zwischen den Linien agieren, wie man so schön sagt. Vielleicht schafft ein Austria-Eigengewächs: Der 19 jährige Sanel Saljic, der letzte Saison an den Kooperationsklub in der zweien Liga, Stripfing verliehen war, in dieser Saison bisher bei sechs Kurzeinsätzen in Bundesliga und Europacup 75 Minuten spielte.
Minnesota hat bereits einen Spieler, der auch in Österreichs Bundesliga aktiv war: Der 25 jährige Ghana-Stürmer Kelvin Yeboah zwischen 2018 und 2022 bei WSG Tirol und Sturm Graz. Danach brachte sein Wechsel zum FC Genoa Sturm 6,5 (!) Millionen, aber Yeboah konnte sich nicht durchsetzen. Daher verlieh ihn Genoa an Augsburg, Montpellier und Standard Lüttich, ehe Yeboah Europa verließ. Fitz wechselt direkt von Österreich in die USA. Sein neuer Trainer ist der Waliser Eric Ramsey, zuvor Individualtrainer bei Manchester United. Auch im Staff von Jose Mourinho so wie der jetzige LASK-Trainer Joao Sacramento. Fitz wird der zweite Österreicher in der Major Soccer League sein. Hannes Wolf kämpft mit New York City im Osten um die Qualifikation für die Play-offs, unter anderem gegen Charlotte, den Klub, bei dem Österreichs Ex-Teamkapitän Christian Fuchs Co-Trainer ist. Wolf bestritt in diesem Jahr 24 Spiele, kam auf 14 Scorerpunkte (neun Tore und fünf Assists).
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