Schlagzeilen machte schon letzten Sommer, dass Schalke den unbekannten Österreicher Miron Muslic als Trainer vom englischen Zweitliga-Absteiger Plymouth holte. Die gab es weiter, weil der gebürtige Bosnier eine Durchschnittstruppe wider Erwarten zum Halbzeitmeister der zweiten Liga machte. Zum Start der Rückrunde schaffte Schalke letzten Samstag in Berlin gegen Hertha ohne einen einzigen Torschuss ein glückliches 0:0. Vier Tage später bekam Muslic mit Edin Dzeko einen absoluten Weltstar als neuen Torjäger, um den Aufstieg zu schaffen: Mit dem in Bihac geborenen Muslic ist ganz Schalke im Dzeko-Fieber. Der 39 jährige Kapitän von Bosniens Team, mit dem er nach 146 Länderspielen im März im Kampf um ein WM-Ticket auf Wales trifft, kam auf Leihbasis von Fiorentina, wo er keine große Rolle spielte. 2009 war Dzeko mit Wolfsburg deutscher Meister, 17 Jahr später soll er mit Schalke aufsteigen. Zwischen Wolfsburg und Schalke war Dzeko bei Manchester City, AS Roma, Inter Mailand, Fenerbahce und Fiorentina, wo er in dieser Saison achtmal zur Startelf gehörte, zehnmal eingewechselt wurde, nur zwei Tore erzielte. Eines davon in der Conference Lague beim 3:0 gegen Rapid in Hütteldorf, als Fiorentina nicht in Bestbesetzung antrat.
Die Kontakte zu Dzeko knüfte der 43 jährige Muslic via dem bosnischen Teamspieler Nikola Katic, den er von Plymouth zu Schalke mitgenommen hatte, schon im Dezember. Jetzt ist alles unter Dach und Fach, was bei Muslic für Emotionen sorgte. Einmal Dzeko trainieren zu dürfen, mit diesem Highlight hätte er noch im letzten Herbst nie gerechnet. Dzeko wird gar nicht Topverdiener bei Schalke sein, für den Aufstieg aber eine Mega-Prämie kassieren. Das ist der Wintertransfer, der in Deutschland die größten Schlagzeilen liefert.
Der von Österreichs Teamspieler Stefan Posch rangiert hingegen eher unter ferner liefen. Er kehrt nach drei Jahren in die Bundesliga zurück. 2023 kaufte Bologna den 28 jährigen Steirer um fünf Millionen von Hoffenheim, verlieh ihn im Februar 2025 an Atalanta Bergamo. Vier Monate später landete er bei Como, kam bei Trainer Cesc Fabregas, dem spanischen Weltmeister, jedoch meist nur als Joker zum Zug, spielte nur einmal über 90 Minuten. Jetzt ist Posch die Hoffnung des Vorletzten Mainz im Kampf gegen den Abstieg. Er soll die Abwehr stabilisieren, egal ob als Innen- oder Außenverteidiger. Der Vertrag von Posch bei Bologna läuft noch bis 2027. Posch ist bei Mainz der dritte Österreicher zu Philipp Mwene und Nikolas Veratschnig. Beide sind derzeit verletzt.
Foto: Yigit Örme.
