Fußball

„Miron wer?“ sorgt für mehr Aufregung als die Transfers der Talente Schopp und Robatsch

Drei Österreicher, ein Trainer und zwei Talente, wechseln ach Deutschland. Der Trainer, der aus der englischen Championship in die zweite Liga wechselt, liefert mehr Schlagzeilen als die Spieler, die sich der Herausforderung in der deutschen Bundesliga stellen. Der Zweijahresvertrag von Miron Muslic, den die „Bild“-Zeitung mit dem Titel No-Name-Ösi und der Frage „Miron wer?“  begrüßte, bei Schalke 04, dem im freien Fall befindlichen Traditionsklubs aus Gelsenkirchen, ist perfekt, ebenso der Transfer des 19 jährigen Innenverteidigers Konstantin Schopp von Sturm Graz zu Mainz. Der des ein Jahr älteren Jannik Robatsch von Absteiger Austria Kagenfurt zum Hamburger Kultklub FC St. Pauli steht vor dem Abschluss. Bei Mainz sind mit Teamverteidiger Philipp Mwene und Teamneuling Nikolas Veratschnig schon zwei Österreicher unter Vertrag, bei St. Pauli mit David Nemeth einer.

Muslic stand bei Schalkes neuem Sportvorstand Frank Baumann schon seit zwei Jahren auf der Liste. Als er noch als Boss von Werder Bremen einen Spieler in Belgien scoutete, sah er Cercle Brügge, war total begeistert vom hochpressenden Offensiv-Fußball von Muslic, mit dem er Schalke in die Bundesliga zurückbringen soll. Das ist sicher die schwerere Aufgabe als mit Plymouth nach dem Abstieg in die dritte Liga sofort die Rückkehr in die zweite zu schaffen. Baumann geht mit seiner ersten Entscheidung, die sehr mutig ist, gleich ins volle Risiko. Bei Plymouth läßt der Muslic-Wechsel viel Ärger zurück, wenigstes gibt es 700.000 Euro Ablöse. Muslic unterschrieb Freitag den Vertrag in Gelsenkirchen, bleibt in den drei Wochen bis zum Trainingsstart dort, um alles bis ins letzte Detail zu planen. Er fühlt sich fantastisch, will den Schalke-Fans wieder eine Saison schenken, mit der sie zufrieden sein können.

Schopp kostete keine Ablöse, sein Vertrag endete. Er riskiert den Sprung in eine Topliga, obwohl er bisher nur eine Minute in der Champions League (beim 0:2 gegen Sporting Lissabon in Klagenfurt) und sechs in der Bundesliga (im April beim 2:1 in Salzburg) spielte. Das spricht für das Selbstvertrauen des 1,95 Meter großen Sohns des ehemaligen Teamspielers, Hartberg- und LASK-Trainers oder dafür, dass er sich bei Sturm zu wenig gefördert fühlte, obwohl ihn Sportchef Michael Parensen halten wollte. Letzte Saison fiel sein Talent in 25 Zweitligaspielen (Bild) mit der zweiten Sturm-Mannschaft und in der Youth League auf. Mainz war letzte Saison Sechster, spielt daher in der Conference League, hat mit dem Dänen Bo Henriksen einen „Vulkan“ als Trainer.

Robatsch wurde bei Austria Klagenfurt unter Peter Pacult zum Stammspieler, der Villacher kam auf 46 Einsätze in der Bundesliga. Der Linksfuß ist bei St. Pauli, das in der Aufstiegssaison auf Rang 14 kam, von Relegationsplatz drei Punkte entfernt war, für die linke Abwehrseite geplant. Da sein Vertrag bis 2028 läuft, kostet er eine Ablöse. Schopp und Robatsch spielten bisher je einmal in Österreichs neuformiertem U 21-Team, sie haben mit Thomas Freismuth auch den gleichen Berater.

Foto: PhotobyHofer/Christian Hofer.

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