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Mit mehr Qualität hätte Rapid Salzburg erwischen können

VIENNA, AUSTRIA - MAY 15: Martin Moormann of Rapid Wien challenges Luka Sucic of FC Red Bull Salzburg during the Admiral Bundesliga match between Rapid Wien and FC Red Bull Salzburg at Allianz Stadion on May 15, 2022 in Vienna, Austria. (Photo by Jasmin Walter - FC Red Bull Salzburg/FC Red Bull Salzburg via Getty Images)

Doublegewinner Red Bull Salzburg weiter unterwegs zur Einstellung des Siegesrekords in der Bundesliga, zu einem neuen Punkterekord.  Das 1:0 (1:0) bei Rapids letztem Aufgebot bezeichnete Trainer Matthias Jaissle „nur“ als Arbeitssieg. An einem Sonntag, an dem der Meister zu erwischen gewesen wäre, sogar auffällige Schwächen zeigte. Etwa im Abwehrzentrum nach den Ausfällen von Ex-Rapidler Max Wöber und Kamil Piatkowski. Der belgische Winterkauf Ignace van der Brempt kam bei seiner Premiere als Innenverteidiger auf kein meisterliches Niveau. Probleme beim Spielaufbau, ungeschickt im Attackieren, oft den berühmten Schritt zu spät, irritiert durch die gelbe Karte nach 25 Minuten. Aber die grün-weiße Notelf hatte bei allem Einsatz, der Applaus verdient, zu wenig spielerische Qualität, um das zu nützen. Mit großer Leidenschaft gelang es zwar, die 23.400 Zuschauer zu erobern, aber keinen Punkt zu holen. In manchen Situationen fehlte etwas Glück.

Rapid verabschiedete in der Pause offiziell Philipp Schobesberger, Srdjan Grahovac und Leo Greiml, begann erstmals seit vielen, vielen Jahren mit elf Österreichern, ohne Legionär. Es wurde nur einer eingetauscht, der Serbe Dragoljub Savic, zehn Minuten vor Schluss. Erstmals hieß der Kapitän Paul Gartler. Trainer Ferdinand Feldhofer bot mit den Stürmern Marco Grüll und Kelvin Arase nur zwei Offensivspieler auf. Aufgrund der Personallage setzte er total auf die Karte Defensive und Kampf. Nach einer Stunde kam mit Yusuf Demir ein dritter Offensivspieler. Es hätte der Tag von Arase in seinem letzten Heimspiel für Rapid werden können: Schon in den ersten vier Minuten zwei torgefährliche Aktionen, nach 72 Minuten sein großes Pech: Ein Knaller an die Stange, von dort sprang der Ball an den Hinterkopf von Salzburgs Tormann Nico Mantl, von dort an die Latte.

Salzburg führte bereits nach zehn Minuten, nach ersten gelungenen Aktion. Einen Pass von Nicolas Seiwald verlängerte Karim Adeyemi mit der Ferse an Leopold Querfeld vorbei genau in den Lauf von Luka Sucic (Bild oben) Das Sliding tackling von Kevin Wimmer kam zu spät, der Kroate ließ Gartler keine Chance. Rapid hätte höher in Rückstand geraten, aber vor der Pause auch ausgleichen können. Doch Moritz Oswald nach einem Pass von Grüll alleine vor dem Tor an Mantl. Grüll hatte auch das 1:1 am Fuß, traf aber nach 48 Minuten eine Flanke von Jonas Auer nicht richtig. Es wurde weder ein Schuss, noch ein gelungener Pass. „Wir sind in einer Entwicklungsphase“, betonte Feldhofer, „die Jungs können Erfahrungen sammeln. Es sind alles Endspiele.“

Auch nächsten Samstag zum Saisonende in Wolfsberg. Dort stehen nach Sperren wieder Max Hofmann, Bernhard Zimmermann und Keeper Niki Hedl zur Verfügung. Allerdings lieferte Gartlers Leistungen in den letzten zwei Runden lieferte aber keinen Anlass für einen Wechsel im Tor. Ob Ferdi Druijf fit wird, bleibt fraglich. Egal mit wem, Rapid braucht ein Unentschieden, um dank der besseren Tordifferenz vor Wolfsberg Vierter zu bleiben. Bei einer Niederlage müsste Rapid in die Play-offs gegen den Siebenten um einen Europacup-Platz, möglicherweise ins brisante gegen Ex-Trainer Didi Kühbauer und den LASK. Um vielleicht den Wiener Erzrivalen von Rang drei zu verdrängen, bräuchte Rapid die Hilfe von Feldhofers Ex-Klub Sturm Graz mit einem Sieg bei der Austria. Dazu wäre eine deutliche Steigerung des Vizemeisters nötig, der im letzten Heimspiel entgegen den Ankündigungen von Trainer Christian Ilzer doch etwas zu verschenken hatte: Vor 15.000 Zuschauern stand es gegen Wolfsberg bereits nach 25 Minuten 0:3, die drei Treffer fielen innerhalb von 17 Minuten. Durch die Legionäre Luka Lochoshvili und Tai Daribo sowie einen verwandelten Elfmeter von Kapitän Michael Liendl. Nach 35 Minuten tauschte Ilzer Ion Gorenc Stankovic, Jusuf Gazibegovic und Amadou Dante, der wütend reagierte, aus, doch es reichte nur noch zu einem Kopftor von Ivan Ljubic und einer vergebenen Chance auf das 2:3. Am Ende hieß es 1:4 (0:3), was Ilzer mit „so ein Spiel kann man nicht vergessen“ kommentierte.

Foto: Red Bull Salzburg.

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