Fußball

Mit Millionentor übertraf „Mister“ Europacup Louis Schaub die Legende Hans Krankl

Um 21.18 Uhr war es Donnerstagabend vor 23.000 Zuschauern im Weststadion wieder so weit: Erstmals seit 1995 im Happel-Stadion gegen Sporting Lissabon überstand Rapid das Achtelfinale eines Europacubewerbs. Aber es war ein Leidensweg unter die letzten acht der Conference League, bis das 2:1 (2:1, 1:1) gegen Bosniens Meister Borac Banja Luka und das Gesamtscore von 3:2 feststand. Schon mit dem ersten Angriff nach 30 Sekunden hätte Rapid nach einer perfekten Flanke von Nikolaus Wurmbrand in Führung gehen müssen. Aber Don Beljo scheiterte aus einem Meter am famosen Tormann Filip Manojlovic, Louis Schaub setzte den Abpraller nur an die Latte statt ins Tor. So stand es nach der regulären Spielzeit, die 95 Minuten dauerte, trotz 30:3-Torschüssen und 15:0 Ecken nur 1:1, wobei Rapid sogar einem Rückstand nachlaufen musste. Ausgerechnet Beljo und Schaub, die zu Beginn „sündigten“, brachten Rapid noch weiter.

Rapid traf durch Isak Jansson und Wurmbrand noch zweimal  das Aluminium, ließ Tophancen aus, Manojlovic hielt „unhaltbare“ und plötzlich lag Rapid zurück. Weil Ex-Tirol-Legionär Sandi Ogrinec in der 66. Minute nach einer Flanke des Ex-Salzburgers Stefan Savic, der Nenad Cvetkovic „austanzte“ von Schaub übersehen wurde, im Strafraum frei zum Schuss kam. Er traf zwar den Ball nicht richtig, aber der flog dennoch ins lange Eck. Riesenschock auf den Rängen, in Österreich lebende Bosnier machten sich auf den Tribünen mit „Borac-Sprehchören“ bemerkbar. Vier Minuten später antworte Beljo mit links zum Ausgleich, aber das Match endete wie eine Woche zuvor im Gradski-Stadion 1:1. Daher Nachspiel. In dem Rapids Mister Europacup „Louis Schaub“ nach Pass von Beljo, ebenso wie der Kroate zuvor, mit links traf. Der Schlenzer aus 15 Metern ging genau ins lange Eck,  fast wäre  Manojlovic an ihn noch herangekommen.

Beim Jubel trat Schaub erleichtert gegen die Eckfahne. Man merkte, wie befreiend das Tor nach einer bisher für ihn durchwachsenen Saison wirkte. Es war in der Conference League sein drittes Tor nach den zwei im ersten Spiel der Ligaphase zum 2:1 in Istanbul gegen Basaksehir. Insgesamt schon sein 19. im Europacup. Zwischen 2013 und 2016 waren es 16, in diesem Bewerb drei. Damit übertraf er die Rapid-Legende Hans Krankl um einen Treffer. Bester Europacuptorschütze Rapid ist der aktuelle Geschäftsführer Steffen Hofmann mit 25. Sieben Minuten nach dem Siegestor musste Schaub verletzt raus, der erstmals in der Saison als Linksverteidiger aufgebotene Moritz Oswald und Jansson schieden mit Krämpfen aus, wenig später konnte auch Mamadou Sangare nicht mehr weiter. Der Aufstieg war ein Kraftakt, ging an die Substanz.

Das Schaub-Tor war Millionen wert, brachte 1,3 Millionen Euro Aufstiegsprämie von der UEFA, dazu kommen die Einnahmen aus dem sicher ausverkauften Viertelfinal-Heimspiel gegen Djurgardens Stocholm am 17. April. Insgesamt verdiente Rapid in der Conference League bisher an die zwölf Millionen. Djurgardens bezwang Donnerstag bei null Grad in der Stockholm-Arena Zypern Tabellenführer FC Paphos nach dem 0:1 im Hinspiel 3:0 (1:0). Schiedsrichter war der Salzburger Sebastian Gishamer. Rapids Traum vom Semifinale gegen Chelsea lebt. Das Transprent jenes Fanklubs, von dem einige Mitglieder letzten Sonntag für den Skandal in Hartberg sorgten, hing Donnerstag wie immer vor der Fantribüne. Nach den schlimmen Vorfällen gab es erste Konsequenzen: Bisher konnten drei Personen, die mit Gegenständen warfen, identifiziert werden. Gegen die sprach Rapid ein ab dem Sonntagspiel gegen den GAK  in Kraft tretendes Hausverbot aus.

Foto: SK Rapid/Facebook.

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