Dramatisches Verfolgerduell zwischen Red Bull Salzburg und dem LASK vor nur 8700 Zuschauern: In der 91. Minute gelang Salzburg der Ausgleich zum 2:2, das wäre das Wunschresultat für Tabellenführer Sturm Graz gewesen. Aber in der 95. Minute nützte der LASK einen fürchterlichen Fehler von Frans Kraetzig noch zum Siegestor. Mit dem 3:2 (1:1) warfen die Linzer Salzburg aus dem Titelrennen, für die es die dritte Saison ohne Titel wird. Seit dem Trainerwechsel von Thomas Letsch zu Daniel Beichler, der mit einem 5:1-Auswärtssieg gegen die Linzer seinen Job begann, gewann keines der vier Heimspiele. In den nächsten zwei Runden folgen zuerst in Linz und danach in Graz die Duelle zwischen LASK und Sturm.
Salzburg scheiterte wieder einmal an seinem katastrophalen Defensivverhalten, an dem auch zwei Umstellungen in der Viererabwehr nichts änderten. Stefan Lainer begann statt Tim Trummer als Rechtsverteidiger. der Japaner Anrie Chase statt Joanne Gadou im Abwehrzentrum. Offenbar studierten die Salzburger nicht richtig den vorangegangenen LASK-Sieg gegen Austria. Denn die schnelle Führung der Linzer fiel so wie die beim 4:1 gegen Austria. Nach einem kurz abgespielten Eckball. Anders als fünf Tage zuvor von links, die Flanke kam diesmal von Kapitän Sascha Horvath und nicht von Moses Usor, im Zentrum stand erneut Innenverteidiger Kaba Cisse frei, traf wie gegen Austria per Kopf. Der 20 jährige aus Senegal, der im Sommer für 5,5 Millionen Euro in die englische Premier League zu Aston Villa wechselt, sah 20 Minuten später bei einem langen Pass von Chase auf Kraetzig nicht gut aus, Karim Konate nützte die Vorarbeit des Deutschen zum Ausgleich.
Salzburg fiel gegen die tiefstehende LASK-Fünferabwehr spielerisch wenig ein, es fehlten die Ideen. So ging der LASK nach 61 Minuten in Führung, als Sasa Kalajdzic die Vorarbeit von Samuel Adeniran, der Chase stehen ließ, perfekt nützte. Er übernahm den „Stanglpass“ mit rechts direkt. Beichler tauschte, brachte unter anderem den Dänen Maurits Kjaergaard, der seit seiner schweren Verletzung keine entscheidende Rolle mehr spielte. Mit links gelang Kjaergaard in der ersten Minute der Nachspielzeit der Ausgleich, doch es folgte noch der Lucky Punch der Linzer. Nach einem Outeinwurf gewann der LASK zwei Kopfballduelle, Kraetzig hätte die Situation klären können, ließ den Ball aber aufspringen, was der im Jänner vom holländischen Klub Volendam geholte Innenverteidiger Xavier Mbuyamba zu seinem ersten Bundesligator nützte. Er war erst 4:37 Minuten im Spiel, ersetzte den verletzten Mitttelfeldspieler Ismaila Coulibaly. Ein „Glücksgriff“ von Trainer Didi Kühbauer, der von einem verdienten Sieg sprach: „Ich wäre sehr enttäuscht gewesen, hätten wir mit dieser Leistung nicht gewonnen!“ Beichler über die Gründe der Pleite: „Wir waren viel zu fehleranfällig!“ Klar, dass die Salzburger nachher am Boden zerstört waren.
Foto: RB Salzburg/Schaad.
