Am letzten Tag der offiziellen Transferzeit sickerte das Interesse der Wiener Austria an Valentino Müller durch. Fünf Tage später bestätigte Violett die Verpflichtung des 27-jährigen vertragslosen Vorarlbergers, der seit 2021 bei WSG Tirol spielte, in den letzten drei Saisons Kapitän war. Er kostete keine Ablöse. Das ist wirklich so ziemlich das Einzige, das für seinen Kauf sprach. Mit dem die Austria ihre sportliche Glaubwürdigkeit in Gefahr brachte. Denn Müller passt so gar nicht zur ausgerufenen jungen Welle mit Eigenbauspielern. Denen könnte Müller, der früher bei Altach mit Austrias Kapitän Manfred Fischer zusammengespielt hatte, später beim LASK mit Reinhold Ranftl, Philipp Wiesinger und Johannes Eggestein, sogar im Weg stehen, ihre Entwicklung möglicherweise etwas blockieren. Gemeint sind speziell die 18-jährigen Vasilje Markovic und Philipp Maybach, der 20-jährige Florian Wustinger, möglicherweise auch Sanel Sajlic.
Sportvorstand Tomas Zorn glaubt, dass Müller mit seiner Erfahrung der Austria sofort weiterhelfen kann, für zusätzliche Stabilität sorgen, auch eine Art Führungsspieler sein wird. Die hat die Austria aber bereits mit Aleksandr Dragovic, Kapitän Fischer, Ranftl und Tormann Samuel Sahin Radlinger. Auch auf Müllers zentraler Mittelfeldposition gab es eigentlich keinen Handlungsbedarf. Auf der hat Trainer Stephan Helm mit U 17-Vizeweltmeister Markovic, Maybach, Wustinger und Fischer schon vier Möglichkeiten. Die „Sechsersposition“ ist übrigens die beste für Fischer, besser als seine Offensivrollen im Zentrum oder sogar am Flügel. Jetzt hat die Austria mit Müller fünf Sechser. Ein neuer Offensivspieler wäre notwendiger gewesen. Außerdem ist es schwer nachvollziehbar, mit Moritz Wels einen U 21-Teamspieler wegzuschicken, dann einen 27-jährigen für eine Saison unter Vertrag zu nehmen. Einen, den die Austria ebenfalls weggeschickt hat, holte wie in den letzten Jahren bei Violett auch bei seinem neuen Klub das Verletzungspech ein: Marko Raguz erlitt bei Altachs Cupaufstieg gegen Bischofshofen eine Meniskusverletzung, musste operiert werden.
Einen vertraglosen Mittelfeldspieler nahm auch der GAK unter Vertrag: Christopher Cverko, der letzte Saison mit Blau Weiß Linz abstieg, davor mit Austria Klagenfurt. Ried meldete zwei Vertragsverlängerungen bis 2028: mit dem 31-jährigen jährigen Yusuf Maart, einem Teamspieler von Südafrika, und mit dem in München geborenen Jussef Nasraew. Der 19-jährige absolvierte bisher ein Länderspiel für den Irak.
Foto: FK Austria.