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Neun verschiedene Schützen machten Kroatien zum Elfmeterkönig

Kroatien zum dritten Mal nach 1998 in Frankreich und 2018 in Russland im WM-Semifinale. Freitag auf Kosten von Brasilien. Damit sorgten die Kroaten für die Topsensation am ersten Tag des Viertelfinales, an dem sie sich als Spezialisten im Elfmeterschießen bestätigten, ihr viertes hintereinander bei Weltmeisterschaften gewannen. 2018 im Achtelfinale gegen Dänemark 3:2, im Viertelfinale gegen Russland 4:3. In Katar gegen Japan 3:1, gegen Brasilien 4:2. Für die vier Siege benötigte der Vizeweltmeister neun verschiedene Schützen und jeweils einen Elferkiller im Tor. Nur einer schoss dreimal und scheitere nie: Kapitän Luka Modric (Bild oben). Teamchef Zlatko Dalic lobte den 37 jährigen nach dem Triumph gegen Brasilien über den grünen Klee. 2018 vergab der Mittelfeldlenker im Nachspiel gegen Dänemark einen Elfmeter, übernahm trotzdem wenige Minuten später im Penaltyschießen wieder Verantwortung und traf. Sowie auch Andrej Kramaric und Ivan Rakitic, der seine Teamkarriere inzwischen beendet hat. Gegen Russland trafen Marcelo Brozovic, wieder Modric, Abwehrspieler Domagoj Vida und wieder Rakitic. In Katar gab es bei den Elferkrimis gegen Japan und Brasilien zwei Parallelen: Den herausragende Keeper Dominik Livakovic, der insgesamt viermal abwehrte, sowie Nikola Vlasic, Mitspieler des Österreichers Valentino Lazaro bei Torino. Er verwandelte jeweils den ersten. Gegen Japan folgten Brozovic und Mario Pasalic, gegen Brasilien Lovro Majer, Modric und Mislav Orsic, Nur einer vergab vom Elfmeterpunkt, nämlich Marko Livaja gegen Japan.

 

Auch die Karriere von Louis van Gaal endete Freitag mit seiner zweiten Niederlage gegen Argentinien im Elfmeterschießen nach der in Sao Paulo vor acht Jahren. Der 71 jährige konnte erhobenen Hauptes gehen. Von den 20 Spielen seiner dritten Teamchefära verlor Oranje keines, nur das Elfmeterschießen. Durch seine geglückten Wechsel holte Holland ein 0:2 gegen Argentinien auf, kam ins Nachspiel, Mit einer Freistoßvariante aus Oberösterreich zum 2:2. Die brachte Doppeltorschütze Wout Weghorst aus seiner Zeit beim Vfl Wolfsburg mit. Die wurde dort von Michael Angerschmid, dem Assistenten von Oliver Glasner „erfunden“, funktionierte auch bei der Weltmeisterschaft.  Das Duell zwischen Argentinien und Holland sorgte auch für einen Negativrekord: 17 gelbe Karten, die meisten in der bisherigen WM-Geschichte. Antonio Mateu Lahoz, der für seinen strengen Blick bekannte spanische Referee, zeigte acht argentinischen Spielern (auch Kapitän Lionel Messi), je eine Teamchef Lionel Scaloni und seinem Assistenten Walter Samuel. Sieben bekamen Spieler im orangen Dress. Denzel Dumfreis sah im Chaos nach dem Elfmeterschießen noch die rote Karte.

Sechs Argentinier verhöhnten die holländischen Spieler, die im Miittelkreis standen oder lagen. Weil Dumfries vor jedem argentinischen Elfmeter den Schützen verunsichern wollte, in dem er ihm etwas sagte. Argentiniens letzter Schütze Lautaro Martinez wurde sogar von mehreren Holländern bedrängt. Daher kam es zu Tumulten am Weg in die Kabine. Es war auch nicht die feine englische Art, wie Messi sein zweites WM-Semifinale feierte. Provokanter Jubel vor Hollands Bank, verbale Attacken gegen van Gaal und keine netten Worte in Richtung Weghorst, als der während Messis TV-Interview hinter ihm vorbeiging. So benimmt sich kein Weltstar mit Niveau.

 

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