FIFA-Präsident Gianni Infantino spricht von einem Zuschauererfolg durch die erste Club-WM, die für ihn auch eine neue, multikulturelle Atmosphäre schuf. Bis zum Finale wären schon 1,5 Millionen Karten verkauft. Infantino kann über seine „Erfindung“ gar nichts anders reden. Aber die Realität sieht etwas anders aus. Tiefpunkt waren die 3412 Zuschauer in der Nacht auf Mittwoch beim 0:0 zwischen Ulsan aus Südkora und den Mamelodi Sundowns aus Südafrika in Orlando. Auch wenn das Stadion nur einen Fassungsraum für 25.500 hat, war dies eine Atmosphäre wie in der Südstadt bei durchschnittlich besuchten Heimspielen der Admira zu Bundesligazeiten, Auch 11.794 Zuschauer in Seattle beim 3:1 von River Plate Buenos Aires gegen die Urawa Red Dimaonds waren kein Hit. 68.740 hätten Platz gehabt. Also war das Lumen Field nur zu einem Sechstel gefüllt.
Auch die Lücken in East Rutherord, am 13. Juli Schauplatz des Endspiels, waren nicht zu übersehen, als dort zwischen Borussia Dortmund und Fluminense Rio de Janeiro kein Tor fiel (Bild). Statt möglichen 82 500 im Metlife-Stadion nur 34 736. Marcel Sabitzer spielte bei Dortmund bis zur 77. Minute, der Schweizer Tormann Gregor Kobel rettete den Punkt. Mamelodi und Ulsan sollten für Sabitzers Mannschaft kein Problem sein, um ins Viertelfinale zu kommen. Am besten besucht war in der Nacht auf Mittwoch das 1:1 zwischen Monterrey aus Mexiko und Inter Mailand in der Rose Bowl von Pasadena mit 40.311. Drei Tage zuvor sahen dort 80.000 die 4:0-Gala von Paris St. Germain gegen Atletico Madrid. Monterreys Führungstor erzielte Sergio Ramos, der ehemalige Kapitän von Real Madrid, per Kopf.
Mittwoch abend fiel beim ersten Spiel im Lincoln-Field von Philadelphia das bisher schnellste WM-Tor: Phil Foden traf beim 2:0 (2:0) von Manchester City gegen Wydad Casablanca schon nach zwei Minuten. Das sahen 37.446 Fans. Das heißt: 30.148 Plätze blieben leer. Ein Publikumserfolg? Donnerstagabend ist in Atlanta das zweite Match von Lionel Messei mit Inter Miami. Nach dem 0:0 gegen Al Ahly darf es gegen den FC Porto keine Niederlage geben. Sonst könnte an Messis 38. Geburtstag am kommenden Dienstag alles beendet sein.
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