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Nur die Austria war dominant: „Wir werden wieder lernen!“

Die Wiener Austria sorgte für eine Ausnahme in der vorletzten Runde des Grunddurchgangs. Als einzige Mannschaft, die mit dem 2:0 (2:0)  gegen Austria Klagenfurt vor 14.000 Zuschauern einen klaren und überzeugenden Sieg feierte, dabei dominant auftrat. Die Verlierer hatten durch Knut Bobzien zwar die erste Chance im Spiel, praktisch im Gegenstoß erzielte Dominik Fitz (Bild) die Führung, bereitete vier Minuten später das 2:0 von Maurice Malone vor. Schon mit dem ersten Treffer übernahm Austria die Tabellenführung, verlor sie erst wieder einige Zeit nach dem Schlusspfiff, nach den Jubelszenen vor der Fantribüne. Weil Sturm in der zweiten Minute der Nachspielzeit im Grazer Derby, das wegen eines medizinischen Notfalls auf der VIP-Tribüne mit 15 Minuten Verspätung begann, durch Mali-Legionär Malick Yalcouye das Siegestor zum 2:1 gelang. Aber die Austria kann auch mit Platz zwei sehr gut leben. Die Chancen auf das Double blieben intakt.

„Wir haben nie Zweifel aufkommen lassen, dass wir gewinnen, müssen aber vor dem Tor noch effizienter werden“, sagte Fitz im „Sky“-Interview. Die ersten zwei Chancen wurden zwar verwertet, alle danach blieben ungenutzt. Abubakr Barry traf vor der Pause die Latte, ein Sieg mit vier Toren Differenz wäre möglich gewesen. Fas fand auch Bayerns „Leihtrainer“ Richard Kitzbichler, der den an die Austria verliehen Linksverteidiger Matteo Perez Vinlöf beobachtete, sich laufend Notizen über den Schweden machte. „Wir sind sehr konzentriert an die Aufgabe herangegangen, aber vor der Pause ist es zweimal nicht gelungen, auf Konter aufzupassen“, fand Trainer Stephan Helm einen Grund zur Kritik, prophezeit aber: „Aus dem werden wir wieder lernen“. Zweimal verhinderte Tormann Samuel Sahin-Radlinger ein Klagenfurter Tor, nach der Pause ließ die Austria nichts mehr zu. Helm wechselte daher den am Knöchel läderiten Abwehrchef Aleksandar Dragovic nach einer Stunde aus. Zehn Minuten früher, als zur Pause in der Kabine besprochen.

Sturm Graz rettete nach 0:1-Rückstand gerade noch die Tabellenführung. Entgegen dem Spielverlauf ging der GAK durch das erste Bundesligator des eingewechselten Kapitäns Marco Perchtold seit acht Jahren nach 78 Minuten in Führung. Otar Kiteishvili glich per Kopf nach 86 Minuten aus, zwei Minuten später bekam Perchtold für ein Foul an Kiteishvili die zweite gelbe Karte. Die erste zeigte ihm Schiedsrichter Harald Lechner, weil er beim Torjubel den Dress auszog. GAK-Trainer Rene Poms musste mit Perchtold in die Kabine, weil er zur Kritik an Gelb-Rot die Coaching Zone verließ. Ein Missverständnis im GAK-Abwehrzentrum machte das späte Sturm-Siegestor möglich, zu dem der jüngste Sturm-Spieler, Joker Leon Grgic, den Pass auf Yalcouye gab.

Kein Sieg gelang Red Bull Salzburg.  Zwei Punkte, die in Altach beim 1:1 (1:0) gegen das Schlusslicht liegen blieben, stoppten die Aufholjagd. „Das ist zu wenig“, sagte Trainer Thomas Letsch, „wir konnten heuer weder Klagenfurt noch WSG Tirol und Altach schlagen, das reicht nicht“. Ein schlechter Rückpass von Altachs Verteidiger Sandro Ingolitsch, dem jüngeren Bruder des Trainers, führte zu Salzburgs Pausenführung durch Yoube Vertessen, ein von Linksverteidiger Aleksa Terzic im Finish verschuldeter Elfmeter zum 1:1 (1:0). Torhüter Alexander Schlager wehrte den Penalty von Mika Bähre zwar ab, aber die Köln-Leihgabe Florian Dietz traf im Nahschuss „Wir müssen trotzdem positiv blieben“, forderte Schlager. Auch wenn’s schwerfällt.

Foto: APA.

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