Mittwochabend treffen die Spieler aus Österreichs WM-Aufgebot im ÖFB-Campus in Aspern zusammen. Bei einem wird die Stimmung nicht besonders sein: Seit Montagabend muss sich Patrick Wimmer (Bild) den Kopf über seine Zukunft zerbrechen. Weil er wegen seiner Oberschenkelverletzung zusehen musste, wie Wolfsburg sich nach 29 Jahren aus der Bundesliga verabschiedete. Das Heimspiel im Play-off-Finale gegen Paderborn endete torlos, in Paderborn setzte es nach Verlängerung eine 1:2 (1:1, 1:1)-Niederlage. Bei der auch der deutsche WM-Referee Felix Zwayer keine unwesentliche Rolle spielte: Die gelb-rote Karte nach 14 Minuten gegen Wolfsburgs dänischen Verteidiger Joakim Maehle war sicher überzogen. Da führte Wolfsburg noch 1:0. Aber mehr als 110 Minuten in Unterzahl führten zum Verhängnis. Daher steigen aus der zweiten Liga drei Mannschaften auf: Schalke, der Dorfklub Elversberg und zum dritten Mal nach 2014 und 2019 Paderborn.
Einige Verlierer dürften nachher die Nerven verloren haben, ausgerastet sein. Wie eingetretene Türen im Kabinenbereich vermuten lassen. Der Ex-Austrianer Wimmer wechselte vor vier Jahren vom damaligen Absteiger Arminia Bielefeld für fünf Millionen Euro Ablöse nach Wolfsburg. Sein Vertrag läuft noch ein Jahr bis 2027. Die zweite Liga will sich der 24-jährige Niederösterreicher aber siher nicht unbedingt antun. Weil vor allem die Rahmenbedingungen beim VW-Werksklub anders werden: Das Budget soll von 80 auf 55 Millionen Euro gesenkt werden. Alle Spieler haben zwar einen Vertrag für die zweite Liga – allerdings zu deutlich geringeren Konditionen. Dem Vernehmen nach müssen sie auf 35 Prozent ihres bisherigen Gehalts verzichten. Davor kann Wimmer nur ein Transfer „retten“. Sein Marktwert steht derzeit auf 15 Millionen. Gute Leistungen bei der Weltmeisterschaft wären eine Werbung in eigener Sache. In bisher 104 Spielen mit Wolfsburg kam er auf 14 Tore und 18 Assists.
Auf die Teamspieler wartet bereits Donnerstag, vier Tage vor der „Generalprobe“ gegen Tunesien für den WM-Auftakt am 17. Juni in San Francisco, ein Highlight: Das einzige öffentliche Training im Campus Aspern wird restlos ausverkauft sein. Für das Duell gegen WM-Teilnehmer Tunesien, der in einer Gruppe mit Holland, Schweden und Japan spielt, sind 30.000 Karten verkauft. Bei Tunesien wird ein 32 jähriger Mittelfeldspieler im Happel-Stadion sein drittes Länderspiel bestreitet: Rani Khedira, der jüngere Bruder des deutschen Weltmeisters von 2014, bei Union Berlin Nebenspieler von zwei Österreichern (Christopher Trimmel, Leopold Querfeld). Bei Tunesien debütierte Khedira erst im März.
Foto: VFL Wolfsburg.
