Nur sieben Minuten lang gehörte Rapid am Sonntag in der letzten Runde des Grunddurchgangs nicht zu den ersten sechs. Als Köln-Leihgabe Elias Bakatukanda Blau Weiß Linz gegen Hartberg in Führung brachte und in Hütteldorf vor 21.600 Zuschauern noch kein Tor gefallen war, ebenso und Graz zwischen Sturm und dem LASK. Aber nach 23 Minuten jubelten die Rapid-Fans mit Nenad Cvetkovic über das Führungstor des Innenverteidigers, der nach einem Eckball von Kapitän Matthias Seidl mit dem Hinterkopf für das 1:0 sorgte. Damit lag der Rapid auf Rang fünf und blieb auch dort. Von da an herrschten klare Verhältnisse. Vom überforderten GAK kam keine Gegenwehr. Als Kapitän Daniel Maderner zwar unbeabsichtigt, aber doch Cvetkovic traf, als er nach einer Seidl-Flanke klären wollte, griff VAR Walter Altmann ein, schickte Referee Stefan Ebner zum On Field Review. Darauf gab es Elfmeter, den Dion Beljo sicher verwertete. Nach 44 Minuten ermöglichte ein krasser Fehler von Lukas Graf Isaak Jansson das 3:0. Das war auch der Endstand.
Gegenüber dem Aufstieg in der Conference League gab es nur zwei Veränderungen: Jonas Auer statt des gesperrten Bendegüz Bolla in der Abwehr, Seidl statt Lukas Grgic im Mittelfeld. „Die Woche hat uns viel gebracht“, freute sich Louis Schaub über den klaren Erfolg. Keine Diskussionen mehr über Trainer Robert Klauß, zweimal sehr gut mit Druck umgegangen. „Man hat gesehen, wie viel Potenzial und Energie in der Mannschaft steckt, wir müssen öfters an die Leistungsgrenze kommen“, meint Klauß mit Blick auf die entscheidenden zehn Runden, in denen es um einen Europacupplatz gehen wird. Eine Warnung kam aus dem Sky-Studio von einem Experten mit Rapid-Vergangenheit, von Andreas Herzog: „Rapid darf sich von den zwei Siegen nicht blenden lassen. Die Gegner waren nicht der wahre Maßstab. Rapids Anspruch muss es sicher sein, weiter vorne als auf Platz fünf zu landen!“
Nicht in die Meisterrunde kam der LASK nach der ersten Niederlage in diesem Jahr, dem 2:4 (0:1) bei Meister Sturm Graz. Trainer Markus Schopp, der damit gegen seinen ehemaligen Assistenten bei Hartberg, Jürgen Säumel den Kürzeren zog, redete nicht um den heißen Brei herum: „Die Niederlage geht in Ordnung, wir waren speziell in der ersten Hälfte zu passiv“. Wegen der Ausfälle in der Abwehr bot Schopp erstmals den 36 jährigen Weltmeister Jerome Boateng von Beginn an auf. Bisher kam der Deutsche nur viermal als Joker zum Einsatz, zum letzten Mal im Oktober. Danach unterzog er sich einer Adduktorenoperation. Sonntag verschuldete Boateng mit einem Foul an Kiteishvili den Elfmeter, den der Georgier zur 2:0-Führung verwandelte. Als Sturm-Legionär Lavalee ausgeschlossen wurde, kam kurz Hoffnung auf, als der 17 jährige Innenverteidiger Modou Cisse mit seinem ersten Bundesligator auf 2:1 verkürzte. Im Finish bedeutete ein abgefälschter Schuss von Wiliam Boeving das 3:1, einer von Robert Zulj das 3:2. In der zwölfminütigen Nachspielzeit verhinderte zunächst Sturms Tormann Kjell Scherpen das 3:3, ehe Boeving beim zweite Elfmeter für Sturm alles klarmachte.
Der LASK hat noch via Uniqa-Cup die Chance, die Saison mit einem Titel zu retten. Im Semifinale empfangen die Linzer Wolfsberg. In der Meisterrunde spielt hingegen erstmals mit Blau Weiß der kleinere Linzer Verein. Der alle Theorien, dass für einen Aufsteiger die zweite Saison die schwerste ist, widerlegte, in 22 Runden 15 Punkte mehr eroberte als in der Saison davor. Ein großer Erfolg für Trainer Gerald Scheiblehner. Mit dem bald 36 jährigen Brasilianer Ronivaldo stellt Blau Weiß auch den Führenden der Torschützenliste. Er erzielte beim 4:1 (1:1) gegen Hartberg mit seinem 13. Saisontor das 3.1, der wichtigste gelang aber Innenverteidiger Alem Pasic nach drei Minuten der zweiten Hälfte zum 2:1. Pasic erzielte auch zwei Runden davor in der Nachspielzeit das Siegestor um 2:1 gegen WSG Tirol, ohne das Blau Weiß nicht unter den ersten sechs wäre.