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Nur Wels und Radulovic: Rapid kam am letzten Tag nicht zum Zug

Es gab schon aufregendere und hektischere Finali in der Transferzeit als diesmal. Insgesamt nur fünf Transfers am letzten Tag in der Bundesliga, an dem Rapid bei der Suche nach einem Nachfolger für Romeo Amane im zentralen Mittelfeld nicht fündig wurde. Es gab nicht die Rückkehr von Nikolas Sattlberger auf Leihbasis, die für den U-21-Teamkapitän durchaus Sinn gemacht hätte, da er in Belgien bei Genk derzeit keinen Fixplatz hat. Rapid hätte er gut getan. Sportchef Marks Katzer glaubt, bis Winter mit der aktuellen Besetzung das Auslangen zu finden, obwohl es keinen echten „Sechser“ im Kader gibt, der vor der Abwehr agiert. Man könnte durchaus kritisieren, dass man auf Amanes Abgang nicht wirklich vorbereitet war. Oder es gab keinen finanziellen Spielraum, um einen Ersatz unter Vertrag zu nehmen.

Rapid eröffnete den Transfer-Donnerstag mit Andrija Radulovic. Der 24 jährige Montegriner war schon im Frühjahr an Hapoel Haifa verliehen, kam beim israelischen Absteiger nur zu vier Einsätzen. Bei Rapid waren es im letzten Jahr 38, bei denen er sechs Tore erzielte. In dieser Saison hofft Hartberg auf ihn. Die Steirer sicherten sich den Stürmer auf Leihbasis, Trainer Markus Schopp erwartet mit ihm mehr Flexibilität in der Offensive, viel Tiefgang. Abwarten, ob er das erfüllen kann. Auf Leihbasis sicherte sich auch Aufsteiger Austria Lustenau vom Schweizer Traditionsklub Grasshoppers Zürich den 19-jährigen Offensivspieler Alieu Conateh. Der Legionär aus Gambia spielte bereits letzte Saison in Österreich, allerdings in der zweiten Liga bei Amstetten. Am späten Nachmittag trennte sich die Austria vom 21-jährigen Kreativspieler Moritz Wels. Letzte Saison war der Steirer an WSG Tirol verliehen, jetzt kaufte ihn Tirols Sportdirektor Stefan Köck (Bild) endgültig. Bis zum letzten Tag war die Übertrittszeit für die Tiroler ein Nullgeschäft, weil nichts eingenommen und ausgegeben wurde. Und dies bei immerhin 24 Transfers. Für Wels, der letzte Saison bei Tirol gute Leistungen bot, auf fünf Tore und drei Assists kam, bei Austria nach der Rückkehr sechsmal spielte, zahlte Köck eine Ablöse. Allerdings eine überschaubare. Nach der Wels-Verpflichtung gab es nämlich auch eine höhere Einnahme. Durch den Verkauf des englischen Stürmers Ademola Ola-Adebomi an den belgischen Zweitligisten Lokeren. Bei den Tirolern erzielte der im letzten Sommer aus der zweiten Mannschaft von Crystal Palace gekommene 23-jährige in 26 Pflichtspielen vier Tore, bereitete drei vor.

Die Wels-Verpflichtung kann man auch als Tiroler Signal werten, die Meisterrunde anzupeilen. Nach dem 1:0 im direkten Duell am Mittwoch muss man das der Mannschaft von Philipp Semlic eher zutrauen als der Austria. Die, wie man hörte, sich nach Valentino Müller, dem ehemaligen Kapitän Tirols erkundigte. Der ist vertraglos, wäre daher zu haben. Auf Müllers Sechser-Position hat die Austria aber keinen Handlungsbedarf. Da gibt es Vasilje Markovic, Florian Wustinger und Philipp Maybach. Die Austria bräuchte viel dringender einen Offensivspieler.

In der zweiten Liga waren im Transferfinish mehr Vereine aktiv als in der Bundesliga. Der Florisdorfer AC, St. Pölten, Kapfenberg und besonders Wacker Innsbruck. Für die Defensive kam mit dem 18-jährigen Virgilio Olaya, ein Jugend-Nationalspieler von Ecuador, zur Verfügung gestellt von Kooperationspartner FC Los Angeles. Für den Angriff leistete man sich den 25-jährigen Algerier Yanis Guermouche, der letzte Saison in Bulgarien bei Slavia Sofia war, und den Waliser U 21-Teamspieler Gabriele Biancheri. Der 19-jährige wurde im Nachwuchs von Manchester United ausgebildet, spielte letzte Saison bei Rotherham in der drittklassigen League One.

Foto: WSG Tirol.

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