Fußball

Ohne Fans, Beifall und Pfiffe müssen Fußballer wie Schauspieler sein

Merkwürdig und trist. So bezeichnet Konrad Laimer, der Salzburger Mittelfeldmotor des RB Leipzig, die Szenerie bei Geisterspielen, die ihn ab Mai erwarten wird. Er weiß aber, dass in dieser durch die Corona-Pandemie entstanden Situation alle an einem Stang ziehen müssen. Inzwischen sind quer durch die internationale Fußballszene alle einig, dass darin die einzige Chance besteht, die Saison ordnungsgemäß zu Ende zu bringen. Selbst in der nordamerikanischen Basketballszene beginnt sich diese Ansicht durchzusetzen. LeBron James, der Superstar der Los Angeles Lakers, kann sich Geisterspiele durchaus vorstellen.

Zurück zum Fußball. In England warnte Richard Masters, der Chef der Premier League, vor einem Milliardenschaden, dem Verlust von Vereinen und Ligen, sollte man nicht demnächst die Erlaubnis zur Fortsetzung ohne Fans erteilt werden. Seit Donnerstag gibt es den ersten Klubs, bei dem Spieler und Betreuer die Gehälter für April, Mai und Juni stundeten. Bei Southampton, dem Verein von Österreichs einzigem Trainer in der Premier League, Ralph Hasenhüttl.  Das betrifft auch seinen Assistenten Richard Kitzbichler und die Augsburg-Leihgabe Kevin Danso.

In Österreich sprachen sich bei einer Umfrage der Spielergewerkschaft elf von zwölf Klubs dafür aus, die Saison unter Ausschluss der Öffentlichkeit fertig zu spielen, nach Ostern das Training am Rasen wieder aufzunehmen. Die Ausnahme war WSG Tirol. Allerdings fand die Umfrage zu einer Zeit statt,in der ganz Tirol noch unter Vollquarantäne stand. Aus Wolfsberg war Donnerstag sogar zu vernehmen, man rechne am 2. Mai mit der ersten Play-off-Runde. Das wäre der gleiche Termin, an dem auch die deutsche Bundesliga wieder beginnen soll. Ob das für Österreich nicht etwas zu optimistisch ist?

In Deutschland begannen die Klubs bereits damit, ihre Mannschaften auf die Geisterspiele vorzubereiten. Eine Aufgabe für die Mentaltrainer. Der von Fortuna Düsseldorf namens Axel Zehle meinte, die Spieler müssten künstlichen Emotionen herbeiführen und sich brutal darauf einstellen können. Diese Forderung betrifft auch zwei Österreicher, nämlich Kevin Stöger und Markus Suttner, der kundtat, nach der Saison aus privaten Gründen nach Österreich zurückkehren zu wollen. Die Fußballer müssten sich, so Zehle, für die Zeit der Geisterspiele wie Schauspieler fühlen, die sich auf eine Rolle vorbereiten müssen, ohne dafür Beifall oder Pfiffe zu hören. In Zehles Diktion heißt das: Die Fußballer müssen wie die Schauspieler einen externen Impuls intern herstellen. Es liege an den Mentaltrainern, Lösungen anzubieten, um ihnen dabei zu helfen.

In Deutschland zeigte sich aber auch, dass es im Fußball nichts gibt, was es nicht geben kann. Etwa einen Trainerwechsel während der Corona-Pause. Speilt sich in der Hauptstadt bei Hertha BSC Berlin ab. Ein Kontrastprogramm zu Meister Bayern, der die Zeit dazu nützte, wichtige Verträge wie mit Trainer Hansi Flick und Thomas Müller bis 2023 zu verlängern. In Berlin wird der Vorgänger von Oliver Glasner bei Wolfsburg, Bruno Labbadia, Alexander Nouri, ersetzen. Der hatte im Dezember als Assistent von Jürgen Klinsmann begonnen, war nach dessen abrupten Abgang am 11. Februar als Interimslösung bis Saisonende angedacht. Während der Corona-Pause wuchsen offenbar die Zweifel an Nouris Fähigkeiten, Hertha vor größeren Abstiegsnöten zu bewahren.

Foto: Red Bull Salzburg.

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