Österreichisches Leid und Freud am Dienstag in der zweiten Runde des DFB-Pokals: Das Leid bei Sportchef Andreas Schicker und Christian Ilzer mit Hoffenheim nach einem Drama beim FC St. Pauli am Millerntor. Dort, wo Hoffenheim in der Bundesliga von eineinhalb Wochen 3:0 gewonnen hatte, kassierte Hoffenheim nach einem Chancenplus in der zweiten Minute der Verlängerung der Nachspielzeit den Ausgleich zum 2:2 (1:1 1:1). Daher ging es im Elfmeterschießen, das der 18. Schuss vom Elfmeterpunkt gegen Hoffenheim entschied. Weil Kosovo-Teamspieler Albian Hajdari an St. Paulis Pokaltormann Ben Voll, in der Bundesliga die Nummer zwei hinter Bosniens Teamkeeper Nikola Vasilj scheiterte, verlor Hoffenheim das Elfmeterschießen 5:6 und schied aus. „Es muss weiter gehen“ sagte Schicker und Ilzer unisono. Der eine neue Rolle für Landmann Alexander Prass entdeckte: Der Linksfuß wurde auf der rechten Außenbahn eingesetzt. Keine Rolle bei St. Pauli spielen vorerst die Neuerwerbungen von Austria Klagenfurt. Tormann Simon Spari und Jannik Robatsch. David Nemeth zwingt eine Schambeinentzündung zum Zuschauen.
Freud war bei Marcel Sabitzer und Ex-Rapid-Kapitän Stefan Schwab dabei. Sabitzer kam mit Borussia Dortmund bei Eintracht Frankfurt nach einem 1:1 über 120 Minute n im Elfmeterschießen (4:2) weiter, für den Mittelfeldspieler war das Match nach der regulären Spielzeit beendet. Schwab, nach fünf Jahren bei PAOK Saloniki im Sommer in den Norden Deutschlands zum Bundesligaabsteiger Holstein Kiel gewechselt, hatte eigentlich erstmals in neuer Umgebung Grund zum Jubeln. Kiel, in der Meisterschaft nur auf Platz zehn mit zwölf Punkten Rückstand auf Tabellenführer Schalke mit Ex-Ried-Trainer Miron Muslic, gewann auswärts das Nordduell gegen Bundesligist Wolfsburg 1:0 (0:0). Für den mittlerweile 35 jährigen Salzburger war es erst sein dritter Einsatz von Beginn an, der bis zur 78. Minute dauerte. er war im zentralen Mittelfeld Gegenspieler von Dänemarks Rekordinternationalen Christian Eriksen. Bei den Verlierern kam Patrick Wimmer zur zweiten Hälfte, ohne vor nur 10.000 Zuschauern in der Volkswagen-Arena etwas bewegen zu können.
Schwab, Ende September zu Besuch beim Wiener Derby, zu seinem durchwachsenen Start mit Kiel: „Mir hat der Ansporn zugesagt, einen anderen Fußball in Deutschland zu sehen. Ich wollte das Fußballland Deutschland noch einmal mitnehmen und erleben. Davor hatte ich gar keine Angst, dafür bin ich alt genug!“ Der sensationelle Aufstieg ins Achtelfinale des Pokals war das erste Highlight, auf das Schwab hoffte. Solche Spiele reizten ihn. Erstmals erlebte er sie mit Holstein Kiel. Bayern München gelang Mittwoch beim 1.FC Köln mit 4:1 (2:1) der 14. Sieg en suite. Diese Erfolgsserie gelang bisher keinem Klub in einer der Topligen. Bayern lag zwar zwischen der 31. und 36. Minute 0:1 zurück, doch dann drehten Luis Diaz aus Abseitsposition (in der zweien Pokalrunde gibt es keinen VAR), zweimal Harry Kane und Michael Olise das Spiel. Konrad Laimer war der gewohnt aktive Linksverteidiger. Ein Teamwork von Ex-Rapidler brachte Union Berlin beim 2:1 (1:1, 1:1, 1:0) nach Verlängerung gegen Arminia Bielefeld, den Finalisten der vergangenen Saison, auf die Siegesstraße: Leopold Querfeld traf nach Eckball von Christopher Trimmel per Kopf zum 1:0. Philipp Lienhart eliminierte mit Freiburg auswärts Zweitligist Fortuna Düssleof _ 3:1 (2:0).
Im Achtelfinale des englischen League Cups gelang Österrichs Trainer des Jahres, Oliver Glasner mit Crystal Palace, der dritte Sieg in dieser Saison beim FC Liverpool. Nach dem Sieg im Elfmeterschießen beim Community Shield in Wembley und dem 2:1 in der Premier League gewannen die „Eagles“ an der Anfield Road sogar 3:0 (2:0). Ein Doppelpack von Senegal-Stürmer Ismaila Sarr knapp vor der Pause schockte Liverpool, im Finish traf der spanische Teamspieler Jeremy Pino. In England rechnen viele, dass Glasner bald Liverpools holländischen Meistertrainer Arne Slot ersetzen könnte.
Foto: Holstein Kiel.
