Es geht um eine positive Stimmung für die Republik! Diese fast schicksalhaften Worte nahm Josef Pröll, der Aufsichtsratsvorsitzende des ÖFB, mit Blickpunkt auf die restlichen sechs Spiele in der WM-Qualifikation, bereits letzten Freitag nach der zweiten Aufsichtsratssitzung unter seiner Leitung in den Mund. Montag kam er nach Windischgarsten zum Start der Vorbereitung, eröffnete gemeinsam mit Teamchef Ralf Rangnick zwei neue Trainingsplätze des Dilly-Ressorts. Auch das soll zeigen: nach drei Monaten Pause auf zu neuen Ufern, zur ersten WM-Teilnahme seit 1998.
Pröll hat auch andere Pläne. Einen Strategieprozess für fünf Jahre, von 2026 bis 2031, für dessen Vorbereitung die Unternehmensberatung Ernst &Young um 140.000 Euro für ein Jahr engagiert wurde. Nach den Qualifikationsspielen gegen Zypern und Bosnien gibt es am 18. und 19. September eine zweitägige Klausur für Führungskräfte. Mitte Oktober wird die Geschäftsstelle des Verbands vom Happel-Stadion in den neuen ÖFB-Campus nach Aspern übersiedeln, den die U 15 mit dem ersten Lehrgang sozusagen einweihen wird. Eine Studie über den Wirtschaftsfaktor Fußball wurde in Auftrag gegeben, beim slowenischen UEFA-Präsidenten Aleksander Ceferin deponierte Pröll letzte Woche in Monaco den Wunsch Österreichs nach einer stärkeren Rolle als zuletzt in der UEFA.
Alles schön und gut, aber was wirklich zählt, ist nur das WM-Ticket. Es war nett und durchaus bezeichnend, dass Freitag einige Aufsichtsratsmitglieder, sprich Landesverbandpräsidenten, Medienvertreter fragten, ob ihnen bei so viel Einigkeit nicht die bisher üblichen Streitereien abgehen würden. Die Antworten fielen differenziert aus. Keine Diskussion gibt es darüber, dass mit Siegen gegen Zypern am Samstag im ausverkauften Linzer Stadion und drei Tage später bei Tabellenführer Bosnien in Zenica schon ein wichtiger Schritt zum WM-Ticket gemacht werden kann, dies auch die Marschroute sein wird. Für den Teamchef, der nach der Sprunggelenkkooperation mitunter noch auf Krücken unterwegs ist, wird sich die Frage stellen, wie viele Spieler, die zuletzt gar keine oder wenig Spielpraxis hatten, er bringen kann. Das sind sechs: Kapitän David Alaba, der von 1000 Fans beim öffentlichen Training in Windischgarsten am meisten umjubelt wurde, Stefan Posch, Kevin Danso, Alexander Prass, Florian Grillitsch und Marko Arnautovic. Erstmals gesetzt müsste im Angriff Raul Florucz, der derzeit erfolgreichste österreichische Stürmer in Diensten von Belgiens Meister Union St. Gilloise sein.
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