Fußball

Rangnicks Umsturz: Sechs Neulinge, vom WM-Kader fehlen acht!

Umsturz in Österreichs Teamkader für die ersten vier Spiele in der Nations League B gegen Israel, zweimal Kosovo und Irland: Mit den Torhütern Christian Zawieschitzky und Lukas Jungwirth, von denen der 19-jährige Salzburger im U-21-Team bei der EM-Qualifikation gegen Dänemark eingesetzt werden dürfte, Innenverteidiger Felix Bacher, LASK-Offensivspieler Christoph Lang, Austrias U 17-Vizeweltmeister Vasilje Markovic (Bild) und Salzburg-Kapitän Nikolas Veratschnig sind sechs Neulinge dabei. Veratschnig und Lang waren bereits einmal im Teamkader, die anderen vier nicht. Der 28-jährige Markovic, der jüngste im Kader, ist als einziger Spieler eines Wiener Klubs dabei. Von Rapid schafften es Kapitän Matthias Seidl, Yusuf Demir und der von seinem Trainer Hoff Thorup gebremste Nikolaus Wurmbrand auf die Abrufliste. Dank der Neulinge gehören diesmal fünf Spieler aus Österreichs Bundesliga zum 27-Mann-Kader.

Ein  Comeback gibt es erwartungsgemäß für Schalke-Legionär Max Wöber sowie für Schalke-Stürmer Junior Adamu und Ex-Rapidler Marcio Grüll von Werder Bremen. Auf der langen Abrufliste stehen acht,die noch kein Länderspiel absolvierten: Die Torhüter Nikolas Polster (NEC Nijmegen) und Nicolas Kristof (Elversberg),  die Innenverteidiger Valentin Zabaransky (Salzburg) und Jannik Schuster (Brentford), Sturm-Mittelfeldtalent Jakob Hödl, die Stürmer Erik Kojzek (Partizan Belgrad) und Olawasseun Adewumi (Hertha BSC Berlin) sowie LASK-Kapitän Sascha Horvath. Dass er nicht fix dabei ist, fordert zur Kritik am Teamchef heraus.

Rangnick gab zu, dass er mit den WM-Leistungen unzufrieden war. Seine Begründung: Acht Spieler waren nicht matchfitt, etwa Xaver Schlager, zudem hätte mit Christoph Baumgartner die Umschaltstation gefehlt. Er wird auch in der Nations League bei der Mission Aufstieg nicht dabei sein. Also fehlt weiter die Umschaltstation. Horvath ist eine beim LASK. Das lässt Rangnick nicht gelten. Ohne wirkliche Argumente. Für ihn bleibt das Gegenpressing sein Evangelium, Lösungen mit dem Ball sind zweitrangig. Auf den zentralen Positionen,  auf denen  Horvath beim LASK spielt, hält er Schlager, Konrad Laimer, Romano Schmid, Paul Wanner  und Nicolas Seiwald für besser. Außerdem führte er das Alter von Horvath als Argument an. Er müsse auch schon an die EM 2028 denken. Mag sein,  aber heuer geht es um den Aufstieg in der Nations League. Und für die wäre der 30-jährige Horvath sicher  gut genug.

Auffällig, dass insgesamt sieben Innenverteidiger im Kader stehen. Zu Philipp Lienhart, Kevin Danso, Wöber, Marco Friedl, David Affengruber, Stefan Posch auch der 25-jährige gebürtige Lienzer Felix Bacher, der mit dem Transfer aus Portugal von Estoril zu Olympique Lyon teamreif wurde. Dazu reichten vier Spiele und ein Kopftor. Teilweise zählt bei Rangnick auch das Leistungsprinzip nicht: Torhüter Alexander Schlager, der bei Werder Bremen nur Ersatz ist, verdient auch wegen seiner WM-Leistungen Vertrauen. Aber wie sieht es bei Alexander Prass, der noch kein Spiel bei Hoffenheim bestritt, und Carney Chukwuemeka, der bei Dortmund nur zu Kurzeinsätzen kam?

Aus dem WM-Kader fehlen gleich acht: Marko Arnautovic, der seine Teamkarriere beendete, Marcel Sabitzer, der sich eine Auszeit nahm, Teamkapitän David Alaba, der noch keinen neuen Verein fand, für den Rangnick aber für die EM-Qualifikation im nächsten Jahr die Tür nicht zumachte, Torhüter Patrick Pentz, der bei der EM 2024 die Nummer eins war,  Alessandro Schöpf, Dejan Ljubicic, der verletzte Michael Svoboda und Florian Grillitsch. Rangnicks Konsequenzen aus der WM: „Es wird und muss wieder scheppern. Schon im Training, dann im Spiel!“ Und die Spieler bekommen wieder weniger Zeit für Freizeitaktivitäten. Stichwort Golf.

Foto: Yigit Oerme.

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