Es bestand keine Gefahr für Rapid, auf der ausverkauften Hohen Warte vor 6100 Zuschauern eine ähnliche Cupblamage zu erleiden wie vor zwei Jahren gegen Stripfing. Obwohl sich Zweitligist Vienna speziell in der Defensive sehr gut verkaufte, kam Rapid letztlich souverän mit 3:0 (1:0) ins Viertelfinale. Die Leistung war allerdings weniger berauschend und überzeugend als bei den letzten drei Siegen in der Bundesliga. Das gab auch Kapitän Matthias Seidl nachher zu: „Wir können´s besser“. Im Finish hätte es auch noch eng werden können.
Trainer Johannes Thorup änderte die Mannschaft an drei Positionen. Für Jannes Horn verteidigte Eaden Roka. Zunächst auf der rechten Seite, nach einer halben Stunde. als er mit Bendegüz Bolla die Positionen tauschte, dann über links. Im Angriffszentrum begann Claudy Mbuyi statt Ercan Kara, am linken Flügel Moulaye Haidara statt Petter Nosa Dahl. Den Unterschied zu Beginn machte Yusuf Demir aus: Schon nach 18 Minuten jubelte er vor den Rapid-Fans nach seinem Führungstreffer (Bild). Bei seinem Schuss aus 17 Metern mit links genau ins Eck gab es für den guten Ex-Rapidler Bernhard Unger im Tor der Vienna nichts zu halten. Bis zur Pause hatte Vienna zwei Ausgleichschancen: Bei der ersten vergab Ex-Rapidler Bernhard Zimmermann, für den das Spiel zur Pause beendet war, mit links, dann scheiterte der Franzose Youssouf Soukouna an Rapids Tormann Niklas Hedl.
Rapid hatte zwar klar mehr Ballbesitz, blieb aber meist ungefährlich. Mit Beginn der zweiten Hälfte kam Marco Tilio für Haidara. Was beide besser als Nikolaus Wurmbrand können, sah man auch in Döbling nicht. Die Degradierung von Wurmbrand, der nur zum üblichen Mini-Einsatz im Finish kam, ärgert zwar auch die Chefetage. Aber mitten im Erfolgsrun wird niemand wagen, Thorup in aller Öffentlichkeit zu kritisieren. Vienna kam erst wieder nach dem 0:2 zu Torchancen, dass Mbuyi nach perfekter Vorarbeit des nach 65 Minuten für Tonni Adamsen eingewechselten Dahl erzielte. Danach lenkte nach einem Eckball Hedl einen gefährlichen Kopfball von Viennas Innenverteidiger Philipp Breit an die Latte, rettete Nenad Cvetkovic einmal auf der Linie. Ein Vienna-Tor und es wäre nochmals spannend oder eng geworden. So hatte Rapids das letzte Wort. Durch Mbuyi nach Pass von Nicolas Bajlicz.
Die Vienna kann mit dieser Leistung leben. Rapid führte zur Pause nur mit einem Tor Unterschied. Das gelang in der Bundesliga bei den neun Rapid-Siegen weder dem GAK noch zuletzt Hartberg und Austria Lustenau. Mit so einer Leistung könnte Samstag im Spitzenspiel der zweiten Liga der Sieg gegen Tabellenführer Blau Weiß Linz gelingen. Wenn eine der Chancen genutzt wird. Auch Samstag gibt es wie gegen Rapid tausend Zusatzplätze.
Foto: FotpbyHofer/Christian Hofer.
