Rapid plante nach einer Knieoperation nicht mehr mit Ismail Seydi, verlieh den 24-jährigen französischen Flügelstürmer, dessen größte Stärke die Schnelligkeit ist, im letzten Sommer an Uniao Torreense, einen portugiesischen Zweitligisten aus einer Kleinstadt 40 Kilometer nördlich von Lissabon. Montag droht Rapid eine Saison ohne Europacup-Qualifikation, Seydi ist seit Sonntag Cupsieger in Portugal. Denn Tondela bezwang im Endspiel als krasser Außenseiter Favorit Sporting Lissabon, den Zweiten hinter Meister FC Porto, nach Verlängerung 2:1 (1:1, 1:1), spielt damit fix in der Europa League. Der nach 57 Minuten eingetauschte Seydi hatte entscheidenden Anteil an dem Triumph: Als er Sportings Abwehr davonlief, stoppte ihn Uruguay-Teamverteidiger Maxi Arraujo mit einem Torraubfoul, für das er die rote Karte bekam. Den fälligen Elfmeter verwandelte Innenverteidiger Stopira, ein Teamspieler von WM-Neuling Kap Verde, zur Riesensensation. Toreense ist der erste Zweitligist, der in Portugal Cupsieger wurde.
Seydi kam im Sommer 2023 vom Regionalligisten Mauerwerk zu Rapid, fiel damals in der zweiten Mannschaft bald Trainer Zoran Barisic auf, der ihn in den Bundesligakader holte. Als er im März 24 beim 0:0 gegen den LASK sein erstes Bundesligaspiel bestritt, war nicht mehr Barisic Trainer, sondern bereits seit fünf Monaten Robert Klaus. Seydis Pech: Einen Monat später, im April, erlitt er bei einem sechsten Bundesligaeinsatz, bei der 0:3-Auswärtsniederlage gegen den LASK, einen Bänderriss im Knie, musste operiert werden. In der Saison 2024/25 bekam er insgesamt nur 42 Minuten in der Bundesliga. Letzten Sommer kamen mit Claude Mbuyi, Nossa Petter Dahl und Janis Antiste drei neue Stürmer zu Grün-Weiß, die forciert wurden. Seydi hatte schlechte Karten, wurde verliehen. Im Sommer läuft der Leihvertrag aus. Holt ihn Rapid zurück? Seydi spielt mit dem Cupsieger noch im Play-off um den Aufstieg. Das erste Spiel gegen Casa Mia endete torlos.
Foto: SK Rapid/Red Ring Shots.
