Fußball

Rapid verzichtet auf Einnahmen für fünf Live-Spiele im ORF

Dienstag begannen weitere Tests der Bundesligaklubs für den Neustart.  In der Südstadt gab es zwischen Admira und Sturm Graz eine Nullnummer, Wolfsberg bezwang daheim  Mattersburg durch einen Doppelpack des Israeli Shon Weissman und ein Tor von Kapitän Michael Liendl 3:0 (3:0). So stand es bereits nach 28 Minuten. Mittwoch empfängt die Austria Hartberg, den Ex-Klub von Trainer Christian Ilzer, der guter Dinge ist: „Wir fühlen uns bereit!“ In der „skandalumwitterten“ Raiffeisenbank-Arena von Pasching werden Tabellenführer LASK und Schlusslicht St.Pölten die Form überprüfen. Den Abschluss macht Rapid am Donnerstag gegen den Regionalligaklub Horn. Erster ist Grün-Weiß bei den  Live-Spielen der Meisterrunde im ORF: Fünfmal wird Rapid zu sehen sein, davon dreimal in der Prime Time am Abend. Viermal der LASK, je dreimal Meister Red Bull Salzburg und  Wolfsberg, zweimal Sturm Graz, einmal Hartberg und zwar beim Gastspiel im Hütteldorfer Allianz-Stadion. Die letzte Play-off-Runde am 5.Juli ist noch nicht vergeben. Da ist das Spitzenduell zwischen LASK und Salzburg exklusiv bei „Sky“, der ORF kann je nach Brisanz zwischen Wolfsberg-Rapid und dem steirischen Derby zwischen Sturm und Hartberg wählen. Aus der Qualifikationsrunde um die Play-off Chance und gegen den Abstieg werden die Austria und Altach je zweimal zu sehen sein, Admira, WSG Swarovski Tirol, Mattersburg und St.Pölten je einmal.

Fünfmal live im ORF, das würde  eigentlich für Rapid die Chance auf in Corona-Zeiten dringend nötige Extra-Einnahmen bedeuten. Man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass die Spiele im Free-TV eine größere Reichweite haben werden als die bei Sky. Manche Experten sehen den Werbewert eines Live-Spiels mit Sponsornamen auf den Dressen, der Bande und der Interview-Wand trotz der Ausnahmesituation mit mindestens 100.000 Euro. Auf diese Zahl wollte sich Thomas Wieser von United Energies, dem führenden Unternehmen für Werbewertanalysen und Reichweite, nicht festlegen. Seine Rechnung geht anders: Bis zum Ende der regelmäßigen ORF-Live-Spiele am Sonntag lag die durchschnittliche Reichweite bei 280.000 Zuschauern. Jetzt rechnet er nach der Corona-Pause bei den Geisterspielen sogar mit einer Steigerung. Für den Auftakt mit dem Schlager Salzburg -Rapid sogar zwischen 400.000 und einer halben Million, oder sogar noch mehr.

In den Verträgen der Klubs mit ihren Werbepartnern kann es keine Klausel für ORF-Livespiele geben, weil die bis zur Corona-pause nicht möglich waren. Davor hatte „Sky“ die Rechte für die Spiele im Free-TV an A 1-TV vergeben. Rapid hat sich jedoch entschlossen, auf die sechsstellige Extra-Einnahme, die theoretisch durchaus möglich wäre,  zu verzichten. Weder bei Wien Energie (auf den Dressen), Hpybet (auf den Hosen), noch bei Cashback World (Sondersponsor für den Dress des Kapitäns) und  Allianz (auf der Rückseite der Dressen) vorstellig zu werden. Man will langjährige Partner nicht vor den Kopf stoßen und verärgern, sondern sich auf diese Art für die jahrelange Treue erkenntlich zeigen. Allianz unterschrieb 2016 als Namenssponsor für das Stadion einen Vertrag über zwölf Jahre, der pro Saison eine siebenstellige Summe bringt. Manche mögen Rapids Verzicht vielleicht nicht verstehen, aber das bedeutet auf jeden Fall eine durchaus ehrenwerte, strategische  Entscheidung. Rapid „tröstet“ sich mit dem durch die Live-Übertragung von fünf Geisterspielen im ORF gesteigerten grün-weißen Werbewert.

Foto: Wien Energie/Gepa.

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