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Rapids „cooler Sieg“ dank Freistoß, Eigentor, besserem Tormann und Glück

Dritter Sieg hintereinander für Rapid gegen Meister Sturm Graz , der zweite in dieser Saison, zugleich die erste Auswärtsniederlage des Titelverteidigers, die ihm die Tabellenführung kostete. Wer nur die Statistik nach dem 2:1 (0:1) Rapids vor 24.766 Zuschauer sieht, wird sich fragen: Wie konnte Sturm dieses intensive, von vielen Zweikämpfen geprägte Match verlieren? Denn Sturm hatte 17 Torschüsse, Rapid nur elf, dazu 67 Prozent Ballbesitz, mit 55 Prozent die bessere Quote bei den gewonnenen Zweikämpfen, die bessere Passquote (77%, Rapid nur 66%), vier Eckbälle mehr als die Sieger, fuhr aber trotzdem ohne Punkt zurück in die Steiermark. Vielleicht auch, weil sich Trainer Jürgen Säumel zu einem Tormannwechsel entschloss.  Für den wieder fitten Dänen Oliver Christensen, gegen den Cuphelden Matteo Bignetti.

Christensen war zwar an der Führung Sturms beteiligt, weil ein weiter Abschlag von ihm durch einen Patzer von Rapids Abwehrchef Nenad Cvetkovic zu Maurice Malone kam, der nach 26 Minuten ins lange Eck traf. Wirklich geprüft wurde Christensen bis zur 66. Minute nicht. Sah aber dann bei einem Freistoß aus 30 Metern nicht gut aus. Es war zwar ein Kracher von Rapids starkem Kapitän Mathias Seidl (Bild) mit 114 km/h unter die Latte, aber aus dieser Distanz sicher nicht unhaltbar. Zudem verzichtete Christensen darauf, eine Mauer zu stellen. Unter dem Motto: Aus dieser Entfernung halt ich jeden Ball. Es kam anders. Auch beim Siegestor von Rapid war Glück dabei: Weil Sturms Innenverteidiger Dimitri Lavalee knapp vor Beginn der Rapid-Viertelstunde eine scharfe Hereingabe von Cvetkovic ins eigene Tor abfälschte. Rapid gewann also mit einem Freistoß und einem Eigentor. Und dank des besseren Tormanns.

Denn Paul Gartler verhinderte vor der Pause gegen Malone und Tomi Horvat mit starken Reaktionen einen Zweitorerückstand. In den Minuten vor dem Ausgleich rettete der zur Pause für Furkan Demir eingewechselte Jonas Auer auf der Linie, ließ Otar Kiteishvili einen Sitzer aus.  Dass bei Rapid einiges nicht passte, zeigte auch, dass Trainer Peter Stöger zur Pause zweimal wechselte, für den harmlosen Janis Antiste Tobias Gulliksen und Auer für Demir brachte. Denn Sturm beherrschte das Mittelfeld, Rapid war in den Zweikämpfen unterlegen. Stöger sprach in der Pause die fehlende Bereitschaft an, die war nach dem Freistoßtor dann vorhanden. „Wir sind für unsere Aufopferung belohnt worden“, behauptete Stöger, dem sehr gut gefiel, dass Kapitän Seidl Verantwortung übernahm. Der sprach im Sky-Interview von einem „richtig coolen Sieg“. War wichtig, vor der Conference League am Donnerstag gegen Uni Craiova aus Rumänien. Dann braucht Rapid sicher mehr gefährliche Szenen aus dem Spiel als am Sonntag. Die blieben eine Rarität, gab es nur, wenn Nikolaus Wurmbrand dabei war.

Für Sturm wird es eine harte Woche: Donnerstag Europa League gegen den Vorletzten der Premier League Nottingham, der Samstag gegen Manchester United daheim einen Punkt holte (2:2), Sonntag denn das Spitzenspiel gegen den neuen Tabellenführer Red Bull Salzburg. Der „heimliche“ Tabellenführer blieb Sturm wegen des ausstehenden Nachtragsspiels gegen WSG Tirol im Dezember trotz 1:2.

Foto: SK Rapid/Red Ring Shots/Widner.

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