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Rapids Pech: Das Trainingszentrum schießt keine Tore

Freitag wird das Wahlkomitee von Rapid bekannt geben, dass sich nur eine Liste  am 26. November auf der Generalversammlung zur Wahl des neuen Präsidiums stellen wird. Die vom früheren ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz. Einen Tag zuvor präsentierten Präsident Martin Bruckner und Wirtschafts-Geschäftsführer Christoph Peschek sicher nicht zufällig den größten Erfolg ihrer Ära, mit dem Rapid auf diesem einen  Gebiet internationales Niveau erreicht: Mit dem Trainingszentrum im Prater neben dem Happel-Stadion, benannt nach dem bisher erfolgreichsten Brüderpaar der grün-weißen Geschichte, Robert und Alfred Körner. Zehn Millionen kostete bisher das von Stefan Ebner geleitete Projekt, das Rapid finanziell selbst stemmte. Die Betriebskosten übernahm Varta, das Unternehmen des Milliardärs Michael Tojner. Durch dessen Aktivitäten eigentlich die Liste Wrabetz entstand, auf der er jetzt auch steht.

Das Körner-Trainingszentrum soll bis zum Frühjahr fertig gestellt werden. Derzeit betrifft dies nur die Innenräumlichkeiten. Von einer 250.000 Euro teuren Kraftkammer mit einem Spezial-Laufband für die Reha, großen Kabinen, Aufenthaltsräumen, Büros bis zur neuen Küche. Den Fototermin am Donnerstag gab es auf einer Baustelle. Derzeit baut Rapid mit der Firma Swietelski zwei Trainingsplätze, daneben einen die Gemeinde Wien, der Österreichs Rekordmeister zur Verfügung gestellt wird, mit der Strabag. Zwischen beiden Unternehmen soll es eine ähnlich große Rivalität wie zwischen Rapid und Austria geben. Rapid verschrieb sich dem Thema Energiesparen: Auf beiden Plätzen wird das Grundwasser dazu benützt, um im Winter die Rasenheizung zu unterstützen und im Sommer die Kühlung. Dadurch wird in etwa der Fernwärme-Bedarf von 250 bis 300 Haushalten eingespart. Dazu verhilft auch eine Photovoltaic-Anlage am Dach. So beachtlich das auch alles ist: Die Fans interessieren sportliche Erfolge viel mehr als das beste Trainingszentrum der Klubgeschichte, das zu Rapids Pech leider keine Tor schießt.

Peschek kündigte bei dieser Gelegenheit an, dass Rapids letztes Heimspiel für drei Monate am Sonntag gegen den LASK sein letztes als Geschäftsführer sein wird. Montag folgt die einvernehmliche Vertragslösung, bis zur Generalversammlung übernimmt Bruckner für drei Wochen ehrenamtlich die Geschäftsführung. Peschek betonte nochmals die angeblich so gute Zusammenarbeit mit Sport-Geschäftsführer Zoran Barisic. Eine letzte Inszenierung. Barisic redete als Interims-Trainer lieber über sportliche Dinge. Dass ihm die Rückkehr in den Trainerjob jetzt viel mehr Spass und Freude mache als zu Beginn. Obwohl er auch den Ausfall von Niklas Sattlberger, der wie Moritz Oswald zu den größte Mittelfeldhoffnungen zählt, zur Kenntnis nehmen musste: Er zog sich im Training einen Kreuzband-Einriss zu, der eine monatelange Pause bedeutet.

Die Liste Wrabetz weiß derzeit nicht, wen sie als Nachfolger von Peschek einsetzen wird. Das räumte Wrabetz in einem Gespräch mit der Austria-Presse-Agentur ein. Auf der Liste stehen auch drei Mann der am Mittwoch zurückgezogenen Liste von Stefan Singer, der offenbar keinen „Gegner“ für Wrabetz auf der Nummer eins-Position fand und deshalb den Rückzug antrat. Singer, der auch zum Präsidium von Bruckner gehörte, ist jetzt auch bei Wrabetz dabei, was nicht überall auf Beifall stößt. Wrabetz will das Budget von 40 auf 60 Millionen Euro erhöhen, in relativ kurzer Zeit mehr finanzielle Mittel in den Bereich der Kampfmannschaft bringen. Seine Vizepräsidentin wird die Schwiegertochter der verstorbenen Rapid-Legende Gerhard Hanappi, die Vorsitzende der Wiener Wirtschaftsuniversität ist. Edeltraud Hanappi-Egger kann nur mehr bewirken als die prominente Dame, die vor drei Jahen als neues Präsidiumsmitglied präsentiert wurde: Monisha Kaltenborn, bekannt geworden aus der Formel 1, eine Powerfrau, die im Milliarden-Geschäft des E-Sports unterwegs ist. Gehört von ihr hat man in Zusammenhang mit Rapid praktisch nichts.

 

 

Foto: SK Rapid.

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