Am 20. März wurde Raul Florucz zum österreichischen Teamspieler, als Teamchef Ralf Rangnick den in Vöcklabruck geborenen Rechtsaußen, der rumänische Eltern hat, beim 1:1 im Nations League-Play off gegen Serbien im ausverkauften Happel-Stadion einwechselte. Zum Start der WM-Qualifikation fehlte de 24 jährige wegen muskulärer Probleme, Dienstag wurde er zum Millionenstürmer: Union Saint Gilloise, erstmals seit 90 Jahren Meister in Belgien, kaufte Florucz um stolze fünf Millionen Euro von Olimpija Laibach. Unglaublich, wenn man bedenkt, dass der slowenische Meister vor zwei Jahren nur 100.000 Euro an Lok Zagreb zahlen musste, um Florucz zu erwerben. Als Torschützenkönig der Prva Liga, der in 29 Spielen 15 Tore erzielte, in der gesamten Saison 18 in 42 Partien, kann man seinen Marktwert offenbar entscheidend steigern.
Welcome Raul, stand Dienstagabend bereits auf der Homepage von Union Saint Gilloise. Sollte sich Florucz einen Platz erkämpfen und auch in der Champions League zum Zug kommen, dann wäre dies nur gut für Österreichs Team. Der Verein an der Peripherie von Belgiens Hauptstadt Brüssel hat eine Multikultitruppe mit Legionären aus 17 Ländern, jetzt durch Florucz aus 18. Der Klub, der dem enlischen Geschäftsmann Alex Muzio gehört, hat Spieler aus Schweden, Georgien, Luxemburg, England, Argentinien, Japan, Norwegen, Marokko, Kanada, der Schweiz, Kroatien, Israel, Äquatorialguinea. Senegal, Ecuador, Deutschland und Ghana unter Vertrag. Der aus Ghana ist das ehemalige Sturm-Talent Mo Fuseini, den die Grazer im Frühjahr des letzten Jahres an den dänischen Klub Freja Randers verliehen. Im Sommer kaufte Gilloise den von Max Hagmayr beratenen 23 jährigen Fuseini um zwei Millionen. Er schoss in 44 Partien elf Tore. Florucz war dem Iren Chris O´Loughlin, der seit 2019 Sportdirektor ist, drei Millionen mehr wert. Florucz unterschrieb für vier Jahre bis 2029.Österreichs Ex-Teamkeeper Heinz Lindner gehörte im Frühjahr 2024 als Sion-Leihspieler bei St. Gilloise. Als Nummer zwei hinter dem mittlerweile 35-jährigen Anthony Moris, dem Teamtorhüter von Luxemburg.
Beim Meisterstück von Gilloise vor nur 8000 Zuschauern im 9400 fassende Stade Joseph Mariens stand nur ein Belgier in der Startelf. Letzte Saison scheiterte der neue Florucz-Klub im Sechzehntelfinale der Europa League im Nachspiel an Ajax Amsterdam. Trainer ist der 37 jährige Belgier Sebastien Pocognoli, der zuvor nur Nachwuchsmannschaften trainierte. Gespielt hat Pocognoli unter anderem bei Brighton, Westbromwich und Hannover 96. Er folgte vor einem Jahr auf Alexander Blessin, der vor Jahren bei RB Leipzig ein „Schüler“ von Rangnick war. Mit Blessin wurde Gilloise Vizemeister, worauf der Deutsche zu St.Pauli wechselte. Vielleicht gibt es nächste Saison ein Österreicher-Duell um den Titel in Belgien: Florucz gegen U 21-Kapitän Nicolas Sattlberger, der mit Genk lange Zeit vorne lag, am Ende Dritter wurde.
