Normal ist Red Bull Salzburg gegen Rapid ein Klassiker, Samstag nur ein Randereignis von Zaungästen im Titelkampf. Für beide eine Schande: Rapid ist nach nur zehn Punkten in neun Runden der Meistergruppe als Fünfter einzementiert, fünf Siege und ein Unentschieden waren für die Salzburger zu wenig. Im günstigsten Fall kann es noch Platz zwei werden, wenn sowohl die Wiener Austria als auch Wolfsberg verlieren. Selbst das wäre nur ein schwacher Trost. Salzburg ist seit 17 Heimspielen gegen Rapid ungeschlagen, bei Rapid gab Trainer Stefan Kulovits die Devise aus, den kleinen Flow, der durch die letzten zwei Siege gegen den Zweiten Austria und Tabellenführer Sturm Graz entstand, zu nützen. Auch wenn man schon die Finalspiele um den Europacupplatz gegen den Sieger aus LASK-Hartberg im Hinterkopf hat. Guido Burgstaller wird wieder in der Startelf stehen, bei Nenad Cvetkovic überlegt Kulovits, bei Mamadou Sangare besteht Hoffnung auf einen Einsatz im ersten Finalspiel am Donnerstag.
Wie geht es bei den Enttäuschungen dieser Saison weiter? Rapids Urlaub dauert länger, drei Wochen bis 23. Juni. Bei Salzburg mit Ausnahmen zwei Wochen. Ausnahme werden die Spieler sein, die zum Nationalteam einberufen werden, wie etwa Torhüter Alexander Schlager. Wegen der Teilnahme an der finanziell lukrativen Klub-WM in den USA beginnt das Training schon am 9. Juni, vier Tage später ist Abflug nach Newark, fünf Tage vor dem ersten Gruppenspiel gegen Pachuca aus Mexiko in Cincinnati. Bei Salzburg wird der Kaderumbau größer sein, wie Sportchef Rouven Schröder ankündigte. Für Salzburg muss man hoffen, dass er dabei ein glücklicheres Händchen hat als bei den drei Wintertransfers, von denen nur der belgische Stürmer Yoube Vertessen hin und wieder aufzeigte. Bei Rapid ist die Trainersuche in der Zielgeraden, wie Sportchef Markus Katzer erklärte. Über das Wochenende wird sich das nicht ändern, aber nichts offiziell werden. Könnte damit zusammenhängen, dass „Favorit“ Peter Stöger Samstag als Sky-Experte mit Austria-Vergangenheit bei der Titelentscheidung in Graz im Einsatz ist (bei der Austria übrigens Ex-Salzburg-Torjäger Marc Janko) und Sonntag noch die Verpflichtung als Admira-Sportchef beim letzten Zweitligaspiel gegen Horn hat.
In Personalfragen geht es auch um die Leihspieler, um den Kroaten Dion Beljo und Ercan Kara. Bei Beljo ist die Entscheidung, nicht die Kaufoption zu ziehen, bereits gefallen, bei Ercan Kara sieht es auch danach aus: „Beljo würde noch ein Jahr bei uns guttun, meinte Katzer zu dem Stürmer. Er möchte versuchen, ihn noch einmal vom FC In 47 Spielen erzielte Beljo 19 Tore, bereitete fünf vor, aber Katzer war mit dem „Gesamtpaket“ nicht zufrieden. Augsburg, bei dem Beljo bis 2027 unter Vertrag steht, auszuleihen. Im letzten Sommer kostete dies 300.000 Euro. Allerdings fehlen im dazu derzeit die Ansprechpartner: Augsburg trennte sich von Sportdirektor Marinko Jurendic und vom dänischen Trainer Jess Thorup, auf den vermutlich Sandro Wagner, der bis zur Nations League-Entscheidung Assistent von Deutschlands Teamchef Julian Nagelsmann ist, ersetzt. Bei Kara könnte eine neue Situation entstehen, falls ihn Samsunspor ablösefrei abgeben sollte.