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Salzburg schmerzhafte Grenzen: Zu schwach für Real Sociedad

„Nur“ in der Youth League gab es einen Erfolgstag für den FC Salzburg: Die Bullen-Hoffnungen von morgen und übermorgen übernahmen mit einem 5:2 (1:1) gegen Real Sociedad die Tabellenführung. In der Champions League ging hingegen Platz eins durch das 0:2 (0:2) gegen die Basken verloren. Weil Österreichs Meister bis zur Pause praktisch nicht stattfand, kein Schuss auf das Tor gelang. Ebenso weder Anlaufen und Pressing, noch Gegenpressing. Das war gar nichts. Real Sociedad war die technisch bessere, ballsicherere Mannschaft, wirkt auch besser organisiert. So gab es für Salzburgs Trainer Gerhard Struber bei seiner Heimpremiere in der Königsklasse nichts zu gewinnen. Die Spanier konnten erstmals seit 20 Jahren wieder über einen Sieg in der Champions League jubeln. Auch verdient.

Wie beim 1:1 gegen Inter Mailand schaffte Real Sociedad auch in Salzburg vor 28 227 Zuschauern im nicht ganz ausverkauften Salzburger Stadion ein schnelles Tor. Schon nach sieben Minuten jubelte Kapitän Mikel Oyarzabal (Bild). Nach einer Kombination kam er mit dem Ball am Fuß in Salzburgs Strafraum, Oumar Solet attackierte die Nummer 10 nicht, also „legte“ Oyarzbal gekonnt den Ball ins lange Eck. Da gab es für Alexander Schlager nichts zu halten. Von Salzburg kam keine Reaktion. Daher stand es 20 Minuten später 0:2. Nach einem Ballverlust von Oscar Gloukh am Strafraum der Spanier. Der Konter lief perfekt, die Salzburger kamen nicht in einen Zweikampf, um den Ball zu erobern. Am Ende zirkelte Brais Mendez den Ball zwischen den Beinen von Solet und Lucas Gourna-Douath ins Tor.

„Zu wenig Mut, mit und gegen den Ball, keine Intensität, wir können aus dem Spiel viel mitnehmen“, urteilte Schlager nachher richtig über die Ursache der total verschlafenen ersten Hälfte. Auf die Struber mit einem Dreifachtausch reagierte: Samson Baidoo für Solet ins Abwehrzentrum, Amankwah Forson statt Maurits Kjaergaard ins Mittelfeld, Petar Ratkov statt Karim Konate. Salzburg fand etwas besser ins Spiel, nach 48 Minuten gab es die einzige Szene, die eine Wende bringen hätte können: Zunächst zeigte der polnische Referee Bartosz Frankowski, als Roko Simic im „Sandwich“ zwischen Innenverteidiger Igor Zubeldia und Tormann Alex Ramiro zu Fall kam, auf den Elfmeterpunkt. Dann meldete sich VAR Piotr Lasyk. Nach dem On Field-Review nahm Frankowski den Elfmeter zurück. Eine strittige Szene, über dies auch im Sky-Studio verschiedene Meinungen gab: Marc Janko und Peter Stöger gaben dem Schiedsichter recht, Taktik-Experte Marko Stankovic sprach hingegen von einem „hundertprozentigen Elfer“.

Kontrolliert und dominiert, wie einige Salzburger glaubten, haben sie das Spiel auch bis zur 95. Minute nicht, auch wenn sie mehr Zweikämpfe als vor der Pause gewannen, besser aussahen. Real Sociedad verstand es phasenweise, das Spiel zu beruhigen, Tempo rauszunehmen. Klare Chancen? Eigentlich Fehlanzeige. Die vielen Flanken von Linksverteidiger Aleksa Terzic fanden selten einen Abnehmer. Erst im Finish sah ein Schuss des unermüdlichen Simic gefährlich aus, in der Nachspielzeit gab es noch eine turbulente Szene vor dem Tor der Spanier, die mit einem Schuss von Nicolas Capaldo endete, der ebenso wie Luka Sucic noch engetauscht wurde. Remiro konnte ihn ohne große Probleme wegfausten.

Mit dem 0:2 ist der unerwartet gute Start, das 2:0 bei Benfica Lissabon nach glücklichem Spielverlauf, praktisch entwertet. Das empfand Struber als sehr schmerzhaft: „Wir haben bis zur Pause nie zu unserem Stil, der uns auszeichnet, gefunden!“ Vielleicht auch, weil die Spanier keinen Zugriff ermöglichten. Nicht nur Real Sociedad überholte Salzburg, sondern auch Inter Mailand durch das 1:0 (0:0) gegen Benfica Lissabon. Das einzige Tor fiel nach 62 Minuten durch den französischen Teamstürmer Marcus Thuram. In drei Wochen gastiert Salzburg im Meazza-Stadion.

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