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Salzburgs „Alibi-Verlängerung“ mit Bidstrup: Spieler kritisieren Ligabeschluss

SALZBURG, AUSTRIA: Mads Bidstrup (R) and Stephan Reiter (L/CEO) of FC Red Bull Salzburg during the signing of his contract extension at Red Bull Arena in Salzburg, Austria. (Photo by FC Red Bull Salzburg)

Mitten in die ungeplanten Turbulenzen um den zu Borussia Mönchengladbach abgewanderten Sportchef Rouven Schröder meldete Vizemeister Red Bull Salzburg drei Tage vor dem Heimspiel gegen Altach die Vertragsverlängerung mit den von Trainer Thomas Letsch zu Jahresbeginn zum Kapitän ernannten Mads Bidstrup. Das scheint eher nach einer Alibi-Verlängerung und einem Ablenkungsmanöver aus als nach langfristiger Strategie: Denn der Vertrag mit dem 24 jährigen Dänen, der im Sommer 2023 von Brentford geholt wurde und bisher 93 Spiele bestritt, in denen er nur je vier Tore erzielte und vorbereitete, wäre ohnehin bis 2028 gelaufen. Jetzt bis 2029. „Wir wissen sehr genau um die Bedeutung von Bidstrup für die Mannschaft und den Klub generell“, begründete Geschäftsführer Stephan Reiter die Entscheidung. Eine unverzichtbare Führungspersönlichkeit war der Mittelfeldspieler in seinen drei Saisonen aber wirklich nicht. Bidstrup wollte mit der Verlängerung ein Zeichen für die Fans setzen. Dass ihn Klub aus Europas Topligen am Radar haben, drang bisher nicht an die Öffentlichkeit.

Eine Stütze von Salzburg, Teamtormann Alexander Schlager, gehört ebenso wie Austrias Kapitän Manfred Fischer zum Präsidium der Vereinigung der Fußballer, die Donnerstag die Beschlüsse der Klubkonferenz der Bundesliga kritisierte. Nicht wegen des Endes der Punkteteilung ab kommender Saison, sondern wegen des Österreicher-Topfs. Weil dessen Anteil am Erlös des Verkaufs der Medienrechte halbiert wurde, von bisher zwanzig auf zehn Prozent sinkt.  Die Spieler fürchten, dass der Anreiz, auf Österreicher zu setzen, mehr oder weniger zu Grabe getragen wurde. „Der Österreicher-Topf hätte aufgewertet werden müssen, statt ihn in die Bedeutungslosigkeit zu versenken“, ärgerte sich Fischer. Die neuen Förderer-Richtlinien für den Einsatz von Spielern unter 22 und 24, bis zu 26 Jahren sehen Fischer, Schlager & Co. nur als Ablenkungsmanöver, das zugleich die Spieler ab Mitte 20 diskriminiere. Tenor des VdF-Vorsitzenden Gernot Baumgartner: „Der erfahrene österreichische Führungsspieler ist vom Aussterben bedroht!“ Das ist aber schon ein etwas übertriebenes „Katastrophen-Szenario“.

Foto: Red Bull Salzburg.

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