Zwei Österreicher aus der Bundesliga an einem Tag in eine Top five-Liga in Europa. Das ist eine Rarität, passierte Freitag: Der Wechsel des 30 jährigen Teamtorhüters Alexander Schlager von Red Bull Salzburg zu Werder Bremen ging rasch über die Bühne. Er wurde bereits auf Bremens Homepage präsentiert (Bild). Unter dem Motto der nächste Österreicher bitte! So wie letzte Saison werden auch in der kommenden Saison vier „Ösis“ bei den Grün-Weißen aus dem Norden Deutschlands an. Schlager wird beim Trainingslager in Zell/Ziller in die Vorbereitung mit Romano Schmid, Kapitän Marco Friedl und Marco Grüll einsteigen. Die deutschen Medien sehen ihn als Herausforderer von Estlands Teamkeeper Karl Hain im Kampf um die Nummer eins. Schlager unterschrieb einen Dreijahresvertrag. Vor drei Jahren wechselte er vom LASK nach Salzburg, um Titel zu gewinnen. Das gelang nicht, was aber nicht die Schuld von Schlager war. Paradox, dass sein Ex-Klub LASK letzte Saison den Titel holte. Überraschend auch, dass Salzburg Schlager ohne Ablöse ziehen ließ, obwohl sein Vertrag noch eine Saison lief. Salzburg kann sich das zwar finanziell leisten, aber es wirkt doch komisch, wenn es den Anschein hat, dass auf Österreichs Teamtorhüter, den besten Spieler bei der WM, kein gesteigerter Wert mehr gelegt wird.
Der zweite Transfer in eine Topliga war der von Hartbergs Stürmer Elias Havel zum FC Genoa. Der 23 jährige Wiener zog die Ausstiegsklausel aus seinem Vertrag, unterschrieb beim 16. der Serie A. Havel kam im Juli 2024 vom LASK leihweise nach Hartberg, im Frühjahr zog Hartberg die Kaufoption. Havel schoss in 54 Spielen 22 Tore. In der letzten Saison kam er auf 13 Treffer und vier Assists. Er ist Hartbergs dritter Millionenverkauf nach Max Entrup zum LASK und Tormann Ritzy Hülsmann zu Frankreichs Zweitligist Stade Reims, der erste in eine Topliga. Hülsmann und Havel in einer Transferzeit zu verlieren, bedeutet zweifelsohne einen sportlichen Aderlass. Ob den Hartberg wettmachen kann? Das bedeutet auf jeden Fall eine riesige Herausforderung für Trainer Markus Schopp. Genoa wollte nicht mehr zahlen, als im Havel-Vertrag steht. Das sind zwei Millionen. An denen auch der LASK noch beteiligt ist. Sicher hätte sich Obmann Erich Korherr etwas mehr Gewinn erhofft. Für einen österreichischen U 21-Teamspieler, Linksverteidiger David Puczka, zahlte FC Genoa vor zwei Wochen sechs Millionen Ablöse. Der Ex-Admiraner spielte im Nachwuchsteam von Juventus. Derzeit gehören mit Havel, Puczka und Ex-GAK-Tormann Franz Stolz drei Österreicher zum Kader von Genoa.
Die Parallele bei Schlager und Havel: Beide werden von der „Österreich-Abteilung“ der deutschen Agentur Roof beraten. Das sind Andreas Sadlo, Günter Starzinger und Philipp Floimair.
Foto: Werder Bremen.
