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Seit 8:1 nicht mehr gewonnen: Rapids Zwang gegen neue Tiroler Leichtigkeit

TRAINER THOMAS SILBERBERGER (SK RAPID WIEN - WSG TIROL); © FOTObyHOFER/Christian Hofer, 13.12.20

Seit dem 8:1-Paukenschlag zum Auftakt der Meisterrunde in Wolfsberg konnte Rapid nicht mehr gewinnen. Holte nur noch zwei Unentschieden. Der als krasser Außenseiter WSG Swarovski Tirol holte durch zwei Heimsiege, das 2.0 gegen den LASK und das sensationelle 3:2 gegen Meister Red Bull Salzburg, aus vier Runden sogar ein Punkt mehr als Grün-Weiß. Daher trifft Sonntag Nachmittag in Hütteldorfer Rapids Zwang, im Kampf um Platz zwei punkten zu müssen, auf die neue Tiroler Leichtigkeit des Seins. Es tut dem Spiel des Außenseiters, der als erster Abstiegskandidat in die Saison gegangen war, sehr gut, dass der Klassenerhalt bereits geschafft ist. Das betont der clevere Trainer Thomas Silberberger (Bild oben) auch: „Rapid muss gewinnen, wir dürfen das erreichen, was wir wollen!“ Der erste Sieg gegen Salzburg machte verständlicherweise Appetit auf mehr. Zumal Tirol schon ohne Leichtigkeit des Seins  im Hütteldorfer Allianz-Stadion klar gewonnen hat. Als zu punkten noch Pflicht war, siegten die Tiroler im Dezember souverän 3:0. Das galt damals als ähnliche große Sensation wie letzten Mittwoch das 3:2 gegen  den Tabellenführer aus Salzburg. Tirol hat diese Saison gegen Rapid nicht verloren – beim 1:1 in Innsbruck, mit dem der Sprung in die Meisterrunde gelang, war Glück dabei. als schlechtere Mannschaft nicht zu verlieren. Die Sensationsmannschaft der Saison hat jetzt schon vier Siege mehr als in der letzten Saison, nur Salzburg erzielte in diesem Kalenderjahr mehr Tore als die Tiroler.

Es liegt also viel Spannung in den für Rapid richtungsweisenden Duellen gegen die Tiroler, für die jeder Punkt am Sonntag in Hütteldorf und Mittwoch am Tivoli praktisch ein Bonus wäre. Rapids Trainer Didi Kühbauer behauptet, mit der Bilanz in der Meisterrunde bisher zufrieden sein, will wegen drei siegloser Runden nicht  alles in Frage stellen. Aber er weiß, dass es mit dem erste Saisonsieg gegen die Tiroler, bei denen  erneut der 21 jährige Benjamin Ozegovic den verletzten Kapitän Ferdinand Oswald im Tor ersetzen wird, klappen muss, sonst geht es nicht mehr in die richtige Richtung. Es muss mehr kommen als hohe Bälle auf Ercan Kara, der keinen Kopfverband mehr braucht. Und die Abwehr muss mit Tirols schärfster Waffe, der dänischen Juventus-Leihgabe Baden Frederiksen, der vier Tore in der Meisterrunde erzielte, besser in den Griff bekommen als beim 0:3. Sonst kommt wirklich Tirols groß ins Rennen um Platz zwei.

Denn Sturm Graz und der LASK werden sich Sonntag in Graz und Mittwoch in Pasching vielleicht gegenseitig Punkte wegnehmen, was auch Rapid zu Gute kommen könnte. Stichwort Pasching: Der LASK vergrößerte zur Meisterrunde etwas das Spielfeld und dürfte Post von der Bundesliga bekommen, dies wieder rückgängig zu machen. Weil nunmehr durch die Nähe des Rasens zu den Tribünen eine zu große Verletzunsgefahr für die Spieler bestehe. Mit dem „Schmankerl“ werden die Linzer bei allem Ärger besser leben können als mit den Attacken in „News“ gegen Vizepräsident Jürgen Werner, der via „Sky“ nochmals alle Vorwürfe, statutenwidrig Transferrechte an LASK-Spielern besessen und damit einen Millionengewinn gemacht zu haben, zurückwies. Die Linzer haben die letzten acht Spiele gegen  Sturm nicht verloren, die letzten vier ohne Gegentor gewonnen, hoffen auf die Forderung der Serie. Wolfsberg muss nach zwei Siegen in Serie in Salzburg mit der Reaktion des Meisters auf die Pleite in Innsbruck rechnen, die Trainer Jesse Marsch einfordert. Max Wöber wird nach einer Hüftprellung wieder einsatzfähig sein. Zudem ist der Meister  auch gewarnt: Das letzte Spiel vor Weihnachten endete mit einer 2:3-Heimpleite gegen die damals noch von Ferdinand Feldhofer trainierten Kärntner.

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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