Seit der Jahrhundertblamage, dem 0:1 gegen Vaduz, am 25. August 2022, verlor Rapid keines der zehn Europacupspiele im Weststadion. Wenn es Donnerstagabend auch im elften gegen Djurgarden Stockholm so bleibt, dann steht Rapid erstmals seit 1996 wieder im Semifinale eines europäischen Bewerbs. Die Einnahmen aus der Conference Lague werden auf jeden Fall die von damals, als Rapid über Feyenoord Rotterdam ins Endspiel des Europacups der Cupsieger gegen Paris St. Germain in Brüssel kam, übertreffen. Obwohl vor 29 Jahren im größeren Happel-Stadion gespielt wurde, gibt es in dieser Saison die mesiten Europacup-Millionen in der grün-weißen Klubgeschichte.
Seit dem schwarzen Abend gegen Vaduz schlug Rapid in Hütteldorf Fiorentina, Wisla Krakau, Trabzonspor, Noah aus Moldau, den FC Kopenhagen und Borac Banja Luka. Ein Unentscheiden gab es gegen Debrecen, Sporting Braga und die Shamrock Rovers aus Irland. Nach dem 1:0 von Stockholm reicht Rapid ein Unentschieden, was aber nicht zum Matchplan von Trainer Robert Klauß gehört. Er warnte davor, dass Djurgarden mehr Qualität in seiner Startelf als letzten Donnerstag haben wird und man daher nicht davon „träumen“ dürfe, dass nach 20 Minuten schon alles locker erledigt sin wird. Die Aufstellung für Rapid 16. Europacupspiel in dieser Saison verriet er nicht. Er behauptete, noch nicht zu wissen, ob „Mister Europacup“ Louis Schaub fix eingeplant ist. Sollte das der Fall sein, müßte Kapitän Matthias Seidl trotz Tor im Derby wieder auf der Bank beginnen. Schaub und Seidl begannen zusammen weder in Stockholm noch beim Sieg gegen Austria: „Das Derby hat gezeigt, dass wir Joker haben, die neuen Schwung bringen, wenn sie eingewechselt werden!“ Nenad Cvetkovic und Isaak Jansson, die Sonntag fehlten, trainierten ab Dienstag wieder.
Zum zweiten Mal in dieser Saison wird der 46 jährige Starreferee Anthony Taylor, die englische Version der „Glatze gnadenlos“, wie früher Pierluigi Collina genannt wurde, ein Heimspiel Rapids leiten. In 39 Spielen, die er diese Saison pfiff, zeigte Taylor, dem in Deutschland die Schuld an der Viertelfinalniederlage gegeben wird, weil er einen Handselfer gegen Spanien nicht ahndete, 126 gelbe Karten, viermal gelb-rot und dreimal rot. Taylor war bei Salzburgs Pleiten in der Champions League gegen Brest und Atletico Madrid im Einsatz, ebenso bei Rapids 2:2 gegen Braga. Das war der einzige Mißerfolg Rapids in dieser Europacupsaison, weil dadurch die Qualifikation für die Europa League verpasst wurde. Deshalb könne man Taylor als schlechtes Omen werten. Anderseits würde ein 2:2 wie im August Rapid Donnerstag reichen. Als damals Klauß nach dem Schlusspfiff Taylor fragte, warum er nicht länger nachspielen ließ, bekam er die rote Karte, saß daher beim ersten Sieg in der Conference League, dem 2:1 in Istanbul gegen Basaksehir auf der Tribüne.
