Kapitän Kylian Mbappe sorgte mit zwei Toren zum 2:1 Frankreichs zum 2:1 gegen Holland in Amsterdam, dass „Oranje“ um die EM-Teilnahme zittern muss. Montag muss ein Sieg gegen Griechenland in Athen her. Ein „Fußballzwerg“ steht hingegen schon mit eineinhalb Beinen in der Endrunde: Albanien geht es so wie Österreich. Nur noch ein Sieg fehlt. Das 3:0 (1:0) gegen Tschechien am Donnerstag in Tirana brachte vier Punkte Vorsprung auf Polen, fünf auf die Tschechen, die ein Spie weniger ausgetragen haben. Im November gastiert Albanien in Moldau und empfängt die Färöer. Polen und Tschechien nehmen sich im direkten Duell noch gegenseitig die Punkte weg. Es spricht alles für Albaniens zweite EM-Teilnahme nach 2016 in Frankreich. Wer hätte das gedacht?
Der Star dieser Mannschaft ist eigentlich der Trainer. Er kommt aus Brasilien. Der 49 jährige Sylvinho bestritt sechs Länderspiele in der „Selecao“, war linker Verteidiger beim FC Barcelona und Manchester City. Als Trainer hatte er bisher weder in Frankreich bei Lyon noch in der Heimat bei Corinthians in Sao Paulo Erfolg. Dennoch setzte Albaniens Verbandschef Armando Duka auf ihn, engagierte ihn mit Jahresbeginn. Offenbar die richtige Entscheidung. In der Qualifikation verlor Albanien nur in Polen 0:1, gewann aber das Heimspiel 2:0. Gegen Tschechien holte Albanien vier Punkte (auswärts 1:1,), gegen Moldau und die Färöer gelangen Siege. Das Erfolgsteam besteht nur aus Legionären. Sechs kommen aus Italien, darunter der 21 jährige Mittelfeldspieler Kristjan Asllani von Inter Mailand. Gegen Tschechien gehörten drei zur Startelf, die in der Schweiz geboren wurden. Für den Torjubel sorgten aber Legionäre aus Südkorea und den Arabischen Emiraten: Jasir Asani, der für die Führung sorgte, spielt bei Gwanju in Südkorea, Taulent Safari, der Schütze des 2:0 und 3:0, war früher bei Young Boys Bern, steht jetzt bei Baniyas unter Vertrag. Der beste Spieler fehlte bisher in der Qualifikation: Das ist Chelsea-Stürmer Armando Broja, der seine Karriere in der Premier League bei Southampton unter zwei österreichischen Trainern, unter Chef Ralph Hasenhüttl und Assistent Richard Kitzbichler begonnen hatte. Nach einem Kreuzbandriss feierte der 22 jährige erst Anfang Oktober ein Comeback. Möglicherweise ist er eine Option für November.
In der Portugal-Gruppe gibt es eine Mini-Chance auf ein größeres Wunder, auf Luxemburgs erstes EM-Ticket. Nach dem 1:1 auf Island, bei dem Austria-Legionär Marvin Martins Ersatz war, muss Montag ein Heimsieg gegen die Slowakei her, um auf Platz zwei vorzustoßen. Das Spiel in Reykjavik leitete der österreichische Referee Sebastian Gishammer.