Leopold Querfeld kann zurecht für sich in Anspruch zu nehmen, zu den ersten 16 Spielern zu gehören, die gegen Bayern München nicht verloren. Als es ihm am 8. November gelungen war, mit Union Berlin die Siegesserie des deutschen Meisters zu stoppen. Der Jubel des ehrgeizigen Ex-Rapidlers war damals verhalten, denn Union führte bis zur 93. Minute 2:1, ehe Harry Kane per Kopf noch ausglich. Mittwochabend zählt für die „Eisernen“ in der mit 22.000 Zuschauern wie immer ausverkauften Alten Försterei zum Abschluss des Achtelfinales im deutschen Pokal nur ein Sieg, um unter die letzten acht zu kommen. Für den 21 jährigen wäre das im Österreicher-Duell gegen Konrad Laimer ein absolutes Highlight: Denn es wäre sein erster Sieg gegen den deutschen Renommierklub, auch für die „Eisernen“. In 13 Spielen gab es fünf Unentschieden und acht Union-Niederlagen. Die Ergebnisse mit Querfeld: 0:3 in München, 1:1 und 2:2 in Berlin.
Seit März bestritt Querfeld im Abwehrzentrum von Union 25 Spiele hintereinander von der ersten bis zur letzten Minute. An das letzte will er nicht mehr erinnert werden; Samstag verspielte Union in der 90. und 95. Minute drei Punkte gegen Heidenheim, aus einem 1:0 wurde ein vermeidbares 1:2. Querfeld kam bei beiden Treffern nicht mehr zum Rettungsversuch. Bayern München verwandelte hingegen daheim gegen St. Pauli in der 93. und 96. Minute durch Luis Diaz und Nicolas Jackson ein 1:1 in ein 3:1. „Es kann nur mit unserer bestmöglichen Leistung klappen“, wussten Querfeld und sein erfahrener Landsmann, Kapitän Christopher Trimmel. Querfeld machen solche Spiele, in denen man sich mit Topmannschaften messen kann, hellwach sein muss, um die Klasse des Gegners nicht zur Geltung kommen zu lassen, Spaß: „Ich hab bisher immer daraus lernen können. Dann weiß ich, was ich künftig besser machen muss!“Bei Bayern kehrt Kapitän Manuel Neuer nach zwei Spielen Rot-Sperre im Pokal ins Tor zurück. Mit einer Spezialanfertigung: Einem Vier-Finger-Handschuh. Den trug er erstmals beim 1:3 in der Champions League gegen Arsenal, bei der nicht gut aussah. Er hat den Ring- und kleinen Finger der linken Hand zusammengetapt. So wie man es oft bei Kapselverletzungen an Fingern macht. ServusTV zeigt den Achtelfinal-Schlager direkt, Experten sind die Ex-Teamspieler Martin Harnik und Florian Klein.
Bereits im Viertelfinale sind Christoph Baumgartner, Xaver Schlager und Nicolas Seiwald. Baumgartner erzielte beim 3:1 (2:1) von RB Leipzig gegen Magdeburg, den Letzten der zweiten Liga, das zweite und dritte Tor. Aufgestiegen sind auch Hertha BSC Berlin (6:1 gegen Kaiserslautern), St. Pauli (auswärts 2:1 gegen Mönchengladbach und Kevin Stöger) und Leverkusen (1:0 bei Borussia Dortmund). Damit gelang Leverkusen die Revanche für die 2:3-Heimniederlage in der Bundesliga am Samstag. Damals spielte Dortmund mit Marcel Sabitzer, Dienstag ohne den Österreicher.
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