Wenn es eine Mannschaft aus Österreichs Bundesliga noch ins Play-off eines Europacupbewerbs schafft, dann am ehesten Sturm Graz in der Europa League mit zwei Punkten Rückstand auf den dafür notwendigen 24. Platz vor den letzten drei Runden in der Ligaphase: Donnerstag daheim gegen Serbiens schwächelnden Meister Roter Stern Belgrad, der in der Liga nur Zweiter hinter dem Stadtrivalen Partizan ist, im Jänner auswärts gegen Feyenoord Rotterdam und dann daheim gegen Brann Bergen. Roter Stern gewann von den ersten fünf Spielen zwei (jeweils 1:0 gegen Lille und FCS Bukarest), unterlag den portugiesischen Klubs Porto (1:2) und Braga (0:2), holte gegen Celtic Glasgow einen Punkt. Sturm könnte Donnerstag durch den zweiten Heimsieg nach dem 2:1 gegen die Glasgow Rangers Roter Stern einholen. Aber noch ist die verbale Offensive von Trainer Jürgen Säumel (Bild) nach dem Derbysieg gegen GAK das große Thema, weil er die Vertrauensfrage stellte, einen Machtkampf mit Sportchef Michael Parensen erörfnete. Das von Säumel gewünschte Vieraugengespräch mit Präsident Christian Jauk gab es Montag nicht, hingegen ein Telefonat. Jauk versucht, die heikle Situation zu beruhigen: „Mir geht es um eine konstruktive Diskussion!“ Er sei mit Säumel überein gekommen, die künftig nicht mehr über das Mikrofon zu führen: „In die Öffentlichkeit zu gehen, schadet allen Beteiligten!“ Ein kleiner Rüffel für Säumel
Bei Tabellenführer Red Bull Salzburg verursachte die Suche nach einem neuen Sportvorstand keine großen Aufregungen. Die könnte es aber geben, wenn das Kapital Europa League im Jänner beendet ist, wonach es aussieht: Ein Punkt weniger als Sturm und das schwerere Programm mit zwei Auswärtsspielen. Donnerstag beim bisherigen ungeschlagenen SC Freiburg, im Jänner in Birmingham gegen Aston Villa, den Dritten der Premier League. Davor kommt er Schweizer Meister FC Basel nach Salzburg. Nur mit einem Sieg in Freiburg, der eine Sensation wäre, könnte Salzburg die Ausgangsposition verbessern. Freiburg schlug mit Österreichs Teamspieler Philipp Lienhart bisher den FC Basel (2:1), den FC Utrecht (2:0) und OGC Nizza (3:1), schaffte in Bologna, wo Salzburg 1:4 unterging, ein 1:1, holte auch bei Viktoria Pilsen (0:0) einen Punkt.
Rapid in der Conference League punktlos Letzter, helfen wahrscheinlich nicht einmal Siege über Omonia Nikosia am Donnerstag und eine Woche später beim bosnischen Meister Zrinjski Mostar. Für das Duell gegen den Zweiten Zyperns verkaufte Rapid bis zum letzten Wochenende 20.000 Karten. Ob nach der Blamage gegen Rapid alle Kartenbesitzer kommen werden ? Der deutsche Sky-Experte Didi Hamann behauptete zur aktuellen Krise bei Grün-Weiß in „Talk&Tore“, er habe schon beim gelungenen Saisonart das Gefühl gehabt, dass die Mannschaft überperforme: „Sie haben besser gespielt als sie sind, vielleicht ist die Mannschaft nicht so gut, wie die Leute glauben!“
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