Fußball

Tiefschlag für die Austria: Erstmals seit 61 Jahren in der ersten Cuprunde raus geflogen

Vor einem Jahr blamierte sich die Austria zu Saisonbeginn mit dem Scheitern am finnischen Klub Ilves Tampere in der Qualifikation zur Conference League.  Sonntagmittag folgte die Wiederholung in einem anderen Bewerb, im österreichischen Cup: Erstmals seit 61 Jahren, seit dem 0:1 in Marchegg am 15. August 1964 flog die Austria in der ersten Runde aus. Das ist mehr als ein bedenklicher Selbstfaller. Man kann zwar nach dem 2:3 (1:1) beim Zweitliga-Absteiger Voitsberg darüber diskutieren, ob Trainer Stephan Helm (Bild) mit seinen Austäuschen richtig lag, aber die Ursache des Tiefschlags lag eindeutig an der alles anderes als guten Einstellung mancher Spieler. Von Beginn an wirkte die Austria nicht so aggressiv und entschlossen wie drei Tage zuvor beim 2:0-Heimsieg gegen den georgischen Cupsieger Spaeri, sondern mitunter fast behäbig. Vor allem darf es nicht passieren, eine 2:1-Führung aus der Hand zu geben. Drei Tore kassierte die Austria zuletzt im April bei der 1:3-Heimniederlage gegen Red Bull Salzburg.

Helm setzte Austrias Cuptormann Mirko Kos ein, ließ zu Beginn den Südkoreaner Kang Hee Lee und Abubakr Barry auf der Bank, wechselte Mittelfeldspieler Barry aber bereits nach einer halben Stunde für den 20 jährigen Linksverteidiger Matteo Schablas ein. Weil er so die Offensive stärken wollte, da die Austria nach einem Eckball in Rückstand geriet. 0:1 nach 23 Minuten, ein Signal zum Handeln. Statt Schablas übernahm Offensivspieler Manprit Sarkaria die Position an der linken Außenbahn, zweifellos eine riskante Variante. Austria glich erst in der Nachspielzeit der ersten Hälfte durch das erste Pflichtspieltor von Noah Botic aus, der Australier traf nach einem Eckball von Dominik Fitz per Kopf. Nach 56 Minuten führte die Austria: Voitsberg ließ sich auskontern, Maurice Malone traf ins lange Eck. Alles schien auf Schiene zu sein, Helm entschloss sich zu einem Dreierwechsel. Ersetzte beide Torschützen durch Johannes Eggestein und Kelvin Boateng, brachte Kang He Lee für Innenverteidiger Tin Plavotic. Eggestein reagierte beim Debüt im eigenen Strafraum nach einem Eckball alles andere als gut, deshalb glich Voitsberg nach 62 Minuten aus. Nicht einmal zwei Minuten später leitete ein Ballverlust von Kapitän Manfred Fischer im Mittelfeld das Tor zur Sensation ein: Voitsberg 20 jähriger Rechtsverteidiger Tristan Brükk überlief Sarkaria, legte an Kos vorbei ideal für den zur zweiten Hälfte eingewechselten Martin Krienzer auf. Der hatte keine Mühe, den Ball über die Linie zu bringen. Austria kam nur bei einem Stangenschuss von Barry dem Ausgleich nahe. Es half nichts, dass für die letzten 15 Minuten mit Marko Raguz statt Innenverteidiger Johannes Handl noch in Stürmer kam.

Ein Jubeltag für Voitsberg, die prestigeträchtige Revanche an der Austria, da die Steirer auch wegen des Aufstiegs der Young Violets in die zweite Liga zurück in die Regionalliga mussten. Für Trainer David Preiss war es die zweite Cupsensation gegen die Austria. Vor sechs Jahren war er Co-Trainer des GAK, der damals auch in der Regionalliga spielte, als er im Viertelfinale die Austria 2:1 besiegte und eliminierte.  Einer der damaligen Verlierer spielte auch Sonntag in Voitsberg: Sarkaria. Auch letzte Saison war die Austria im Cup eher unerwartet an einem steirischen Klub, dem Bundesligisten Hartberg, gescheitert. Allerdings daheim und erst im Semifinale.

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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