Fußball

Toni Kroos überzeugt: Das Duell der Wunderkinder wird nicht sein letztes Spiel

Freitag beginnt das Viertelfinale der Europameisterschaft in Stuttgart gleich mit dem größten Schlager: Deutschland gegen Spanien, die Mannschaft, die bisher am besten spielte. Wird er das letzte Spiel in der großen Karriere des 34 jährigen ehemaligen Real Madrid-Stars Toni Kroos, der nach 17 Profijahren mit der EM seine Karriere beeendet? „Ich gehe nicht davon aus, dass dies mein letztes Spiel ist!“, verkündete er selbstbewusst.  Seit dessen Comeback im März ist das deutsche Team in acht Spielen unbesiegt, gewann Selbstvertrauen. David Alabas Freund hat einen immensen Einfluss auf dem Platz, mehr als jeder andere. Auf 489 Ballkontakte kam er in den bisherigen vier Spielen, 103 mehr als der Zweite, der englische Innenverteidiger John Stones. Kroos spielte 431 Pässe (70 mehr als der zweite Stones), brachte 95,4 Prozent zum Mitspieler. 125 davon waren sogenannte Line-Breaking Passes durch gegnerische Linien.  Selbst bei Zweikämpfen, sicher keine Paradedisziplin von ihm, hatte Kroos bisher mit 76,9 Prozent, die er gewann, eine Topquote. Ungarn und die Schweiz stellten einen Sonderbewacher für Kroos ab, Spaniens Teamchef Luis de la Fuente wird höchstwahrscheinlich darauf verzichten.

Deutschland hat seit der EM 1988 im einen Land nicht mehr gegen Spanien gewonnen (beim 2:0 im Gruppenspiel erzielte Rudi Völler, jetzt Sportdirektor beide Treffer) – jetzt soll es der erste von drei Siegen zur Ewigkeit werden. Dagegen spricht, dass Spanien bisher defensiv besser stand, die stabilere Abwehr besitzt und über eine herausragende Flügelzange verfügt, die Deutschland nicht hat. Mit dem 16 jährigen Yamine Lamal vom FC Barcelona, der als das spanische Jahrhunderttalent gilt und dem 21 jährigen Inaki Williams von Bilbao mit einem Topspeed von 35,6 km/h. Lamal hatte als bisher jüngster Spieler in der EM, in den letzten Wochen noch ein Erfolgserlebnis: Aus Deutschland schaffte er via  „Fernprüfung“ den Abschluss in der 10. Klasse. Dem deutschen Massenblatt „Bild“ war das Duell der Wunderkinder zwischen dem inzwischen schon 21 jährigen Jamal (Musiala) und Yamal  eine vierteilige Serie wert. Vicente delBosque, der Spanien 2010 zum WM-Titel führte und zwei Jahre später zum Europameister machte, jetzt als technischer Direktor bei der Mannschaft ist, sah nur einen Grund, der für Deutschland spricht: „Sie sind schwächer als wir, spielen aber daheim.“

Auf den Schlager folgt ab 21 Uhr in Hamburg Kylian Mbappe gegen Cristiano Ronaldo, den ältesten Topstar der Europameisterschaft, bei Frankreich gegen Portugal. Ob Frankreich erstmals ohne fremde Hilfe, sprich Eigentor, gewinnen kann, ob Ronaldo wie Montag nach dem vergebenen Elfmeter gegen Slowenien wieder zu Tränen gerührt sein wird? Mbappe muss wegen seiner an der Schulter von Kevin Danso zerbrochenen Nase weiterhin mit Maske spielen, was ihm gar nicht behagt.

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