Fußball

Topleistung gegen Ried? In den letzten vier Heimspielen schsos Rapid nur ein Tor

Rapids Kapitän Matthais Seidl (Bild) versprach nach dem 1:2 am Freitag im Hinspiel des Play-off-Finales bei Ried  eine Topleistung für das Rückspiel am Montag in Hütteldorf, um noch einen Europacupplatz zu erobern. Was sollte Seidl auch anderes sagen? In Wahrheit ist dies Rapid gar nicht zuzutrauen, denn die letzte Topleistung liegt schon zwei Monate zurück. Die gelang am 22. März beim 4:2 gegen den späteren Doublegewinner LASK. Die vier Heimspiele, die danach folgen, lassen den Super-GAU gegen Ried befürchten: jeweils 0:2 gegen Sturm Graz, Hartberg und die Wiener Austria, 1:0 gegen Red Bull Salzburg. Nur ein Treffer in vier Heimspielen – das wird aller Voraussicht nach zu wenig sein, um zu verhindern, dass Ried sich als erster Aufsteiger seit dem LASK vor acht Jahren über die Bundesliga für den Europacup qualifiziert.

Rapid kann eigentlich nur angenehm überraschen. In Ried wurde der Negativrekord aus dem Jahr 2005 eingestellt – vier Niederlagen hintereinander. Selbst wenn Nenad Cvetkovic und Bendegüz Bolla fit werden sollten, ändert das nichts. Bei Bolla muss man zudem befürchten, dass ihm persönliche Interessen, sprich ein Transfer, wichtiger sein könnten als die Qualifikation für die Conference League mit Rapid. Es gibt zu wenige Spieler, die sich wirklich mit Grün-Weiß identifizieren. Das Beispiel Furkan Demir zeigt, dass sie das nicht rettet, von Trainer Hoff Thorup links liegen gelassen zu werden.

Für Ried, das die Option auf den 19 jährigen Mittelfeldspieler Jussuf Nasrawe zog (er kam im Winter aus dem Bayern-Nachwuchs, gehört zum vorläufigen WM-Kader des Irak)  wird das letzte Spiel unter Trainer Maximilian Senft das erste an einem Montag. Heuer gelang den Innviertlern kein Auswärtssieg – den letzten feierten sie im Dezember mit 2:1 gegen Rapid. Sky-Experte Robert Ibertsberger hatte schon recht, als er Freitag meinte: „Es ist nicht so leicht für Rapid, das umzudrehen. In der Phase, in der sich Rapid jetzt befindet, ist Ried einfach stärker!“ Traurig, aber wahr. Und das, obwohl Rapid den teuersten Kader der Klubgeschichte hat. Da hat Sportchef Markus Katzer einige Male daneben gegriffen. Vor allem mit Tobias Gulliksen, dem teuersten Einkauf der Vereinsgeschichte. Seine bisherige Bilanz: zwei Tore und drei Assists in 32 Spielen. In Ried setzte Thorup Gulliksen nicht ein, in den sieben Runden davor spielte er insgesamt nur 43 Minuten. Das nennt man einen Flop.

Foto: Yigit Oerme.

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