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Trauer um Jahrhundertspieler: Sepp Puschnig wäre auch heute ein Topstar

Meldungen über Eishockey inmitten einer Hitzewelle sind eine Rarität. Diesmal sorgt ein trauriger Anlass für die Ausnahme: Sepp Puschnig, ein Kärntner Sportheld, der beste Spieler in der Vereinsgeschichte des KAC, starb Sonntagabend im Alter von 80 Jahren. KAC-Insider wussten, dass es ihm nicht mehr gut ging, aber die Meldung vom Tod löste dennoch Betroffenheit aus. 1999 wurde er als erster Österreicher in die „Hall of Fame“ des internationalen Verbands aufgenommen. Sicher wäre nicht Torhüter Reinhard Divis 2022 der erste Österreicher gewesen, der in der nordamerikanischen NHL spielte. Aber der „Karawankenbär“ blieb lieber in der Heimat, lehnte in den Sechziger- und Siebzigerjahren alle Anfragen aus der NHL ab. Er spielte in seiner ganzen Karriere nur beim KAC. 2012 wurde er zum österreichischen Jahrhundertspieler gewählt, der er wirklich war. Seit zehn Jahren vergibt der KAC Puschnigs Rückennummer sieben nicht mehr, das Trikot hängt unter dem Hallendach.

Schon mit 15 debütierte der Center in der Kampfmannschaft. Er war die prägende Figur bei elf Meistertiteln des KAC hintereinander von 1964 bis 1974. Insgesamt wurde er 13mal Meister, kam bis ins Europacupfinale, in dem der KAC gegen ZSKA Moskau chancenlos war. 1978 beendete er mit 31 nach 357 Toren für den KAC seine Karriere. Wer ihn nicht spielen sah, der hat sicher etwas versäumt. Publikumsliebling in Klagenfurt, in Wien oder Innsbruck die Reizfigur. Unvergessen viele Duelle gegen den KAC in der Donauparkhalle. Je mehr Pfiffe es gegen ihn gab, desto mehr schien ihn das zu motivieren. Zurückziehen war für ihn ein Fremdwort. Für Österreich spielte er dreimal bei Olympia, bei elf Weltmeisterschaften. Damals pendelte Österreich noch zwischen Gruppe B und Gruppe C, in Erinnerung blieb etwa die B-WM 1973 in Graz oder Olympia 1976 in Innsbruck. In Graz war der Klassenerhalt in erster Linie ihm zu verdanken. Ohne ihn hätte es den entscheidenden Sieg gegen die Schweiz nicht gegeben. Teamchef war damals der legendäre „Pfarrer“aus Kanada, Father David Bauer.

123 Länderspiele bestritt er, auch sein Sohn Andreas brachte es ins Nationalteam, war wie der Herr Papa Kapitän. Enkel Julian zählt zu den Leistungsträgern der Black Wings Linz. Einer wie Puschnig, der mit der Schwester des Austro-Kanadiers Adalbert St. John verheiratet war, wäre auch im modernen Eishockey ein Topstar.

 

Foto: ORF.

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