Sturm Graz meldete sich im Stadtderby wieder zurück. Das 2:1 (1:0) gegen den GAK vor dem Grazer Rekordbesuch von 17.425 Zuschauern brachte den Meister auf Platz zwei zurück, der Rückstand auf Tabellenführer Salzburg beträgt nur einen Punkt. „Sky“ musste lange auf ein Interview mit Trainer Jürgen Säumel warten. Denn er hatte Gesprächsbedarf. Es gab eine längere Aussprache mit Präsident Christian Jauk, der darüber nicht reden wollte. Säumel, vor dem Derby wegen der schlechtesten Heimbilanz in der Liga unter Druck, hingegen vor den TV-Kameras schon: „Es passen trotzdem viele Dinge im Verein nicht. Es geht um Vertrauen, alle müssen wieder an einem Strang ziehen. Da geht es nicht um meine Person!“ Säumel ließ keinen Zweifel daran, dass er einige Baustellen im Kader sieht. Nicht wegen der Qualität, sondern wie er zusammengestellt und aufgebaut ist!“ Das lässt darauf schließen, dass Sportchef Michael Parensen mit Säumel nicht an einem Strang zieht. Vor der Winterpause hat Sturm noch zwei Spiele: Donnerstag daheim in der Europa League gegen den serbischen Meister Roter Stern Belgrad, bei dem der verletzte Marko Arnautovic fehlen wird, Sonntag in der Bundesliga bei der Wiener Austria.
Säumel musste im Derby mit dem erkrankten Deutschen Tim Oermann noch einen Innenverteidiger vorgeben. So kam Jeyland Mitchell, die Leihgabe von Feyenoord Rotterdam aus Costa Rica, zu seinem zweiten Einsatz, zum ersten im Abwehrzentrum. Ausgerechnet der „Notnagel“ sorgte für die schnelle Sturm-Führung nach sieben Minuten: Weil sich GAK-Tormann Jakob Meierhofer bei einem Eckball von Tomi Horvat verschätzte, konnte Mitchell aus kurzer Distanz einköpfeln. Auch am zweiten Treffer von Sturm war Meierhofer nicht unschuldig: Weil ein schlechter Abschlag von ihm die Aktion einleitete. Der Pole Filip Rozga eroberte den Ball, setzte Maurice Malone ein, der vollendete.
Der GAK kam erst während in der 14 minütigen Nachspielzeit zu seinem Tor. Die gab es, weil die schwere Verletzung von Sturms Talent Leon Grgic, der mit Verdacht auf Kreuzbandriss im linken Knie auf der Bahre abtransportiert wurde, und Pyrotechnik-Aktionen längere Unterbrechungen notwendig machten. In der 100. Minute funktionierte eine Kombination von Jokern, übernahm Christian Lichtenberger einen Pass von Tio Cipot direkt. Aber Sturm brachte den Vorsprung über die Distanz. Ohne dass deswegen wieder alles in Ordnung ist.
Foto: Famous Sepp Mail.
