Mit der zweitgrößten Überraschung endete am Donnerstag das Achtelfinale im österreichischen Fußballcup: Austria Lustenau feierte mit 3:2 (2:1) den ersten Sieg gegen Sturm Graz überhaupt. Bitter für die Grazer, für die der Cupsieg als größtes Saisonziel galt, wie der durch seinen Assistenten Christopher Witawmas vertretene gesperrte Trainer Fabio Ingolitsch zugab. Auch letztes Jahr verabschiedete sich Sturm in Vorarlberg aus dem Cup. Damals im Viertelfinale gegen Altach, diesmal eine Runde früher. Zu Lustenaus Cuphelden avancierte einer, der in der Bundesliga bisher nicht erste Wahl war: Lenn Jastremski, der 25-jährige deutsche Stürmer. Letzte Saison war er in der Regionalliga Bayern, bei Unterhaching, 2023/24 als Leihspieler der Bayern-Amateure bei Sturms Stadtrivalen GAK. Diese Saison setzte ihn Lustenaus Trainer Markus Mader in der Bundesliga neunmal als Joker ein, nie von Beginn an. Tore erzielte Jastremski nur im Cup: Sowohl beim 6:2 in Lafnitz als auch gegen Sturm. Da schoss Jastremski das 1:0 und 3:1, stand im Mittelpunkt des Jubels (Bild). Zum 2:0 traf die Rapid-Leihgabe Dominik Weixelbraun. Im Finish kam Sturms durch Simon Seidls Anschlusstor nichmals heran, Innenverteidiger Petar Petrovic traf die Latte. Aber es blieb ein Jubeltag für Austria Lustenau nach Frustwochen in der Bundesliga.
Die größte Überraschung gab es bereits am Dienstag durch das 1:0 von Zweitligist Hertha Wels gegen Wolfsberg, den Cupsieger von 2025. Fünf der acht Partien wurden in der regulären Spielzeit entschieden, zwei erst im Elfmeterschießen, eines in der Verlängerung. Im Elfmeterschießen kamen Hartberg bei der Wiener Austria und WSG Tirol im Tiroler Duell gegen Wacker Innsbruck weiter, nach Verlängerung Titelverteidiger LASK im Oberösterreich-Derby gegen Ried, in dem neun Tore fielen. Das Achtelfinale bot Spektakel, zum Teil vor vollen Tribünen. 16.071 Zuschauer am Innsbrucker Tivoli beim bestbesuchten Duell, 14.000 in Linz, 11.335 bei Austrias Pleite. Die Hohe Warte war beim 3:0 gegen Rapid gegen die Vienna ausverkauft, mit 6200 Fans so gut besucht wie seit Jahren nicht. Das Viertelfinale wird Sonntagabend in ORF 1 nach der Live-Übertragung vom Wiener Derby durch Ex-Teamkapitän Andreas Ivanschitz ausgelost.
Auch in Deutschland gab es Pokalüberraschungen. Zum Leidwesen österreichischer Trainer: Christian Ilzer scheiterte mit Hoffenheim bei Holstein Kiel, dem 13. der zweiten Liga. Hoffenheim ging in Führung, kassierte den Ausgleich, es kam zum Nachspiel und Elfmeterschießen, das Hoffenheim 3:4 verlor. Österreichs Teamspieler Alexander Prass war einer der drei von Hoffenheim; die den Elfmeter verwerteten. Miron Muslic verlor mit Schalke bei Dynamo Dresden, dem 15. der zweiten Liga, 0:2 (0:1). Beim dritten Spiel hintereinander ohne erzieltes Tor, insgesamt schon dem sechsten in dieser Saison, wurde Junior Adamu nach 77 Minuten bei 0:1 eingetauscht, konnte aber nichts mehr retten.
Foto: Austria Lustenau.
